Mit ‘gleichberechtigung’ getaggte Beiträge

Wer mich kennt oder vlt schon einen der anderen Beiträge von mir gelesen hat, der/die weiß, dass ich mich sehr mit den Themen Feminisums, Sexismus usw. beschäftige. Es ist ein andauernder Lernprozess und auch wenn ich schon viel gelesen habe, so sind auch für mich immer noch Dinge dabei, die ich erst lernen und verarbeiten muss. Das wird auch noch lange Zeit so sein (also wahrscheinlich, hoffentlich für immer).

Eine Sache, die ich gelernt habe, ist, dass solche Sprüche wie „Ich bin nicht wie andere Frauen / Mädchen“ nicht so cool sind wie sie mal in meinem Kopf klangen. Und ich habe lernen müssen, dass auch ich in manchen Punkten ziemlich sexistisch und misogyn war und einige Verhaltensweisen leider immer noch an den Tag lege. Ich reflektiere das gerade sehr stark und arbeite daran, aber es ist schwierig jahrzehntelanges Verhalten (das als ganz normal angesehen wurde) innerhalb kurzer Zeit abzulegen.

In meiner Überschrift habe ich drei Begriffe aufgegriffen und ich würde wetten, dass die meisten Flinta* (Frauen, Lesben, Intersexuelle Menschen, Nicht-binäre Personen, Transgender, Agender – weitere Informationen hier) schon einmal ein Verhalten an den Tag gelegt haben, die auf diese drei Begriffe beziehen (die sich sehr ähnlich sind). Gehen wir diese der Reihe nach durch.

Pick me Girl

„Pick me“ ist einigen bestimmt schon auf den gängigen Social Media Kanälen aufgefallen. Einem Pick me Girl wird nachgesagt, dass sie (fast) alles tut um die Aufmerksamkeit von den männlichen Freunden zu erhalten. Dabei wird eine Persönlichkeit geschaffen, die ja bloß die Anerkennung „der Jungs“ bekommen soll. Das zeichnet sich dann so aus, dass sich bewusst gegen „weibliche“ Hobbys entschieden wird, andere Mädchen werden schlecht gemacht und man selbst würde so nie sein. Dieses Verhalten kann man viel bei Jüngeren beobachten. Also zu einer Zeit, in der vieles über die Annerkennung anderer passiert. Es ist ganz normal, dass Menschen in jungen Jahren eher schauen, dass sie von Leuten gemocht werden, zu denen sie aufschauen. Warum ist das Pick me Girl aber nun problematisch? Das verhalten entsteht, weil vieles was als „mädchenhaft“ eingestuft wird als negativ dargestellt wird, dazu konkurieren Flinta* häufig mehr miteinander als (Cis) Männer das tun. In der Freundesgruppe will man das einzige Mädchen sein, weil die Jungs sind cool, die Mädchen nicht. Bin ich die einzige, dann bin ich cool.

Das Pick me Girl ist aber an sich eine Ursache und eine Entwicklung aus dem Cool Girl und dem „Ich bin nicht wie andere“.

Es gibt übrigens auch „Pick me Boys“, diese versuchen Anerkennung bei den Mädels zu erhaltenhauptsächlich durch Mitleid („Ich bin doch so nett, aber niemand mag mich“). Das nur am Rande.

Pick me Girls haben Misogynie verinnerlicht und gerade durch sehr starkes herabwürdigen anderen Mädchen treiben sie es meist immer weiter. Sie sind aber auch sehr verzweifelt auf der Suche nach Annerkennung, so stark, dass man es ihnen ansieht. Es deutet auf ein sehr geringes Selbstwertgefühl hin.

Leider wird der Begriff, der nun mal sehr negativ ist, immer häufiger verwendet, ohne es direkt zu prüfen. So werden Männer, die sich für femistische Themen einsätzen häufig als „Pick me“ bezeichnet. Und ein Mädchen, dass ein „Jungs“ Hobby hat als Pick me zu bezeichnen ist ebenfalls misogyn.

Das „Cool Girl“

Das Cool Girl ist immer entspannt, wird nie wütend, ist einfach cool. Im weiteren Sinne ist ein Cool Girl mehr an „Jungs“ Sachen interessiert, aber eben weil sie einfach cool ist. Dieses Cool Girl wird uns häufig in Film und Fernsehen gezeigt. Sie kann essen was sie will, sie behauptet sich immer gegen alle, setzt sich durch, aber ohne wütend zu werden. Sie ist auch immer verständnisvoll. Gerade die Darstellung in den Medien ist hierbei problematisch. Häufig sind es die weiblichen Hauptcharaktere die sich so verhalten. Sie zeigen damit, dass das Bild ist, dem wir alle entsprechen sollen. Das Cool Girl ist halt anders, lockerer, cooler und damit besser (weil Hauptfigur und alle mögen sie). Es wird als erstrebenswert dargestellt, mehr die Sachen zu mögen die Jungs mögen und auch halt immer ruhig zu sein. Das ist natürlich eine Traumvorstellung. Eine Frau, die alles mag, was der Mann mag und dabei schön still ist, selbst dann wenn der Mann etwas tut, was nicht ok ist.

Gerade bei Film / Fernsehen wird es nochmal verdeutlich, da es meist ein Gegenstück zu dem Cool Girl gibt. Die verständnislose, eifersüchtige, verrückte, ja beinahe hysterische Ex-Freundin. Und die mag natürlich alles, was Mädchen halt so mögen.

Durch solch eine Darstellung ist es kein Wunder, dass Pick me Girls entstehen.

„Ich bin nicht wie andere Mädchen“

Ohne Scheiß, ich kenne keine Flinta*, die nicht einmal in ihrem Leben eine solche Phase hatte (manche immernoch haben). Ich weiß, dass ich es von mir selbst gesagt habe. Ich fand schminken oberflächlich, ich war in einer StudiVZ/MeinVz Gruppe (na, wer erinnert sich noch?) die hieß: „Bei mir ist nichts pink, da glitzert auch nichts. “ Und wisst ihr was? Heute liebe ich Glitzer und zu meinem 30. hatte ich ein ziemlich pinkes Kleid an. Ok, Pink ist dennoch nicht meine Lieblingsfarbe geworden, aber ich lehne sie nicht mehr komplett ab.

Das Ding ist, wie schon geschrieben, vieles was als „typisch weiblich“ gesehen wird, wird negativ dargestellt. Und weil die wenigsten von uns sich mit dieser negativen Darstellung identifizieren können und wollen entsteht der Eindruck, dass man ja anders ist. Aber das ist halt ein Trugschluß. Denn keine Person ist gleich die andere. Wir sind alle irgendwie individuell. Sicher hat man mit einigen mehr gemeinsam als mit anderen, aber wir sind ja nicht durch Schablonen geformt worden. Es gibt Flinta* die mögen Sport, es gibt auch Cis hetero Männer die keinen mögen. Nicht jedes Mädchen spielt gerne mit Puppen und nicht jeder Junge gerne mit Autos. Nicht jede Frau ist still und nicht jeder Mann ist laut.

Übrigens, auch dieses Bild wird von den Medien stark geprägt. Wie oft kommt es vor, dass der Held der Geschichte zu seinem Love Interest sagt „Du bist nicht wie die Anderen.“ und sie nimmt es als Kompliment war. Es ist kein fucking Kompliment, es ist beleidigent gegenüber allen anderen. Hört auf meine Queens zu beleidigen. Wenn jemanden nur Komplimente einfallen, durch die andere schlecht gemacht werden möchte ich sie ehrlich gesagt nicht hören.

Internalisierte Misogynie

Internalisierte Misogynie bedeutet verinnerlichter Frauenhass. Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, aber den tragen wir alle mit uns rum. Und ehe ihr jetzt jemand sagt „nein, gar nicht“ – ja, ähm, doch. Das gefährliche an dem verinnerlichtem Hass ist der, dass man diesen gar nicht als solchen wahrnimmt. All die Witze und Klischees, die wir machen und weiter geben, sind verinnerlichter Hass. Dieser kann misogyn sein oder rassistisch oder homofeindlich oder oder oder. Und er beinflusst unsere Gedanken, unseren ersten Eindrücke und unser handeln.

Ich z.B. bin mit vielen Blondinen Witzen aufgewachsen, gepaart mit einer großen Unsicherheit im Hinblick auf mein Aussehen. Ich habe mich gerade in meiner Teenagerzeit stark darüber identifiziert nicht allzu dumm zu sein, darüber viel zu lesen usw. Dazu muss ich erwähnen, dass ich dennoch nur die Realschule abgeschlosen hatte, aber ich wusste eher aus Faulheit, als daraus, dass ich dumm wäre. Ich bin auch damit aufgewachsen, dass man entweder schön oder klug ist, aber nicht beides und das prägt mich bis heute. Wenn ich ein stark geschminktes Mädchen sah bin ich davon ausgegangen, dass sie nichts anderes kann, wenn jemand sehr hübsch war, dann konnte diese Person (ja, meist Mädchen) einfach nicht genauso intelligent sein wie ich. Wenn ich mal ganz ehrlich bin, schleicht sich dieser Gedanke ab und an auch heute noch bei mir ein. Der Unterschied ist, dass ich es heute weiß und daher es verarbeite bzw den Gedanken beiseite schiebe und die Person erstmal kennenlerne. So geht es mir mit vielen Menschen, die äußerlich einem Klischee entsprechen, aber wenn man sich davon los löst lernt man viele wundervolle oder zumindest interessante Menschen kennen (ok, nicht immer).

Und ja, jede*r von uns hat solche Sprüche gesagt wie „Du läufts wie ein Mädchen“ Ich hab dann einfach gesagt „Ja, ich bin auch eins“ und damit den Frauenhass, der mit sowas mitschwinkt für mich verinnerlicht und auf mich proiziert.

Mit diesen Gedanken beurteilen wir vieles, verurteilen Menschen sehr schnell. Natürlich kann auch vieles aus Erfahrung entstehen, aber man muss halt dennoch aufpassen, dass es nicht zu Verallgemeinerungen führt. z.B. war ich heute mit einer Freundin auf einem Mittelaltermarkt und natürlich gab es einige Met-Stände. Der Verkäufer von einem dieser Stände sprach von einem „bösen“ Met. Als ich fragte, was das ist hat er zu seiner Erklärung (Kirschmet mit Whisky) noch hinzugefügt, dass diesen die meisten Frauen (er sagte Frauen, daher benutze ich hier nicht Flinta*) den nicht mögen und fragte ob ich nicht lieber den Eisbonbon nehmen will. Ich denke wirklich nicht, dass er es böse gemeint hat, sondern aus Erfahrung sprach. Dennoch ist es eine etwas unnötige Verallgemeinerung. Er hätte erklären können wie er schmeckt und mich einfach fragen können, was ich gerne mag. Aber, solche eine Änderung des Verhaltens benötigt sehr viel Reflektion und Zeit.
Der Spruch hat mich übrigens so genervt, dass ich aus Trotz den bösen Met probieren wollte, obwohl ich gar keinen Whisky mag. Und ja, was soll ich sagen, war nicht meins. Aber tatsächlich nicht, weil er mir nicht süß genug war, eher im Gegenteil (er schmeckte stark nach Kirsch mit einem rauchigem Aroma, aber nicht wirklich „böse“).

Das eigene Verhalten, aber besonders die eigenen Gedanken, die ja niemand außer einem selbst mitbekommt, zu hinterfragen ist harte Arbeit. Es ist mühsam und jede*r wird dabei merken, dass man schnell in „alte“ Muster zurück fällt. Das gehört zum Prozess dazu und jeder kleine Schritt ist wichtig und muss gegangen werden, auch Schritte zurück. Man darf nicht zu hart mit sich selbst sein, aber man muss daraus lernen. Und damit zum Abschluß zwei Bitten:
Wenn ihr bei mir ein Verhalten mitbekommt, dass auf internalisierte Misogynie (oder auch Rassismus oder anderen Dingen) hindeutet, dann sprecht mich darauf an und wenn euch jemand auf sowas anspricht, dann nehmt euch die Zeit und denkt darüber nach, ob daran was dran ist. Besonders dann, wenn die Person der jeweiligen Gruppe angehört um die es geht (auch dann, wenn ihr selbst dieser Gruppe angehört).

Eine Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten zur Frauenquote

Eigentlich wollte ich einen Pro & Con Beitrag zur Frauenquote machen, aber nun ist es doch anders gekommen. Ich bin hier nicht objektiv, daher werde ich mich auf die Top-Gegenargumente, die ich so mitbekommen habe, eingehen und meinen Senf dazu sagen. (Sorry, not sorry).

Vorab noch ein paar Fakten dazu. Zum einen wo die Frauenquote vorkommt (Politik & Wirtschaft), welche Modelle es in den jeweiligen Bereichen gibt und noch so ein paar historische Fakten. Wen das nicht interessiert kann direkt auf die Zweite Seite springen 😉

Frauenquote – Auszug aus Wikipedia

Frauenquote (und allgemein Geschlechterquote oder Genderquote) bezeichnet eine geschlechterbezogene Quotenregelung bei der Besetzung von Gremien oder Stellen. Der angestrebte Zweck der Frauenquote ist die Gleichstellung von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur.
(soweit so klar)

Arten / Modelle der Frauenquote

Es gibt jede Menge Formen / Arten der Quoten. Manche sind sinnvoller als andere.
Es gibt unterschiedliche Vorgaben der rechtlichen Bindung, der Verfahren und der Bezugsgrößen, die alle zu erläutern würde den Rahmen sprengen, entschuldigt bitte.

Ich werde mich daher kurzfassen und auf die absolute und die relative Quotenregelung eingehen.

Absolut
Bis die Quote von der festgelegten % erreicht ist werden Frauen bevorzugt eingestellt. Diese Regelung wird kritisch angesehen, dass sie Männer diskriminiert. Denn dadurch werden männliche Bewerber gar nicht erst zugelassen, egal wie qualifiziert sie sind.

Bei der absoluten Regelung unterscheidet man noch zwischen der harten Quote und der weichen Quote.
Bei der Harten dürfen nur so viele Männer gewählt / besetzt werden, wie Frauen. Gibt es also 10 Stellen dürfen erst dann 5 Plätze an Männer vergeben werden, wenn es auch 5 Frauen gibt. Können z.B nur vier Frauen überzeugen, dann dürfen nur 4 Männer eingestellt (gewählt) werden, die beiden anderen stellen bleiben so lange unbesetzt.
Bei der Weichen dürfen bei z.B. einer 50% Quote auf, die hälfte der Plätze nur Frauen kandidieren. Gibt es also 10 Plätze dürfen sich auf 5 Plätze nur Frauen bewerben, auf die anderen 5 Plätze (auch) Männer. Findet man dann 5 Männer und 4 Frauen bleibt ein Platz unbesetzt, ein 6. Mann wäre nicht zulässig.

Relativ
Ganz simpel- bei gleicher Qualifikation ist die weibliche Kandidatin vorzuziehen, bis der Frauenanteil erreicht ist.
Kritikpunkt an dieser Regelung ist häufig, dass es zu viel Spielraum lässt und so Männer dennoch bevorzugt eingestellt werden.

Frauenquote in der Politik

Bisher konnte ich zwei Arten, wie eine Frauenquote in der Politik umgesetzt wird, ausfindig machen.

Zum einen eine Quote nach dem Reißverschlussprinzip:
Das Prinzip ist recht simpel zu verstehen, zumindest für diejenigen, die öfter einmal in einem Stau standen. Auf einen Mann / eine Frau folgt ein/e Kandidatin des jeweils anderen Geschlechtes.
Klingt an sich logisch. Bei kleineren Parteien, die oft nur ein Mandat vergeben können, führt es aber (logischerweise) nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Denn der 1. Kandidat ist zumeist immer noch ein Mann. Bei ungeraden Plätzen werden so dennoch immer wieder Männer mehr wichtige Sitze einnehmen.

Zum anderen gibt es da noch das Tandem Modell
Nach diesem Modell werden je Partei & Wahlkreis jeweils ein Kandidat und eine Kandidatin zusammen an. Damit es dadurch nicht zu doppelten Mandaten kommt werden dafür die Wahlkreise halbiert. Dies funktioniert in Frankreich bei Regionalkreisen sehr gut.
Ich finde das Modell sehr spannend. Nicht nur, weil die Quote gut erfüllbar wäre, sondern auch weil ich den Gedanken mag, dass hier in Teamarbeit regiert wird. (Ja, ja, ich denke naiv. Lasst mich). Allerdings denke ich auch, dass dieses Modell nur auf regionaler Ebene funktionieren kann. Oder könnt ihr euch zwei Bundeskanzler vorstellen?

Frauenquote – kein neuer Gedanke
Zumindest in Deutschland gab es die erste Frauenquote in einer Partei schon 1932. Die KPD beschloss damals, dass 1/3-1/4 der Bezirksleitung von Frauen („Genossinnen“) übernommen werden sollen. 
Die Grünen haben direkt bei ihrer Gründung 1979 eine Frauenquote festgelegt, nach der min. 50% aller Mandate und Parteiposten durch Frauen besetzt werden müssen. Ganz schön schlau, dass direkt zu machen, so kann am Ende keiner jammern.
Auch die Linke hat eine Frauenquote von 50%.
Die SPD dagegen (die es natürlich auch schon länger als die Grünen gibt) tut sich mit der Frauenquote doch noch schwer. Erst 1988 wurde eine Quote von 33% beschlossen (für Ämter und Mandate), 98 wurde diese auf 40% angehoben.
Die CDU dagegen hat 1996 ein Frauenquorum eingeführt (eine abgeschwächte Form der Quote ), plant aber nun eine Quote, die sich stufenweise erhöhen soll (2021 30%, 2023 40% und 2025 dann voll Parität, also ein gleichmäßiges Verhältnis).
Die FDP und die AfD haben aktuell keine Frauenquote und scheinen dies auch nicht zu planen.

Auswirkung der Frauenquote der Parteien
Die Einführung einer Frauenquote in einzelnen Parteien sorgte auch dafür, dass der Frauenanteil im Bundestag anstieg. Während es jahrzehntelang einen Frauenanteil von 6-max 10% gab, gab es nach ca. 9 Jahren konstanter Steigerung doch schon *hust* einen Anteil von 31% im Jahr 1989. Seitdem ist der Anteil aber nicht wirklich gestiegen, sondern pendelt immer zwischen 31-37%. Also hat sich seit 31 Jahren die Präsenz von Frauen nicht wirklich geändert und das trotz einer weiblichen Bundeskanzlerin. (ich fühle mich so richtig gut repräsentiert… nicht).

Aktueller Anteil im Bundestag (Stand Juli 2019)
Insgesamt hat der Bundestag momentan einen Frauenanteil von 31,2%.
Dieser teilt sich wie folgt auf:

CDU/CSU: 20,73%
SPD: 42,76%
AfD: 10,99 %
FDP: 22,50%
Linke: 53,62%
Grünen: 58,21%
fraktionslos: 25% (zugegeben, bei halt wenigen Mandaten).

Interessant finde ich hier zwei Dinge. Zum einen ist der Frauenanteil bei linken Parteien doch um einiges größer. Zum anderen übererfüllen die Parteien, die eine Quote haben diese sogar, besonders die Grünen, die ihre Quote halt schon von Anfang an haben. Das es bei den Parteien ohne Quote so aussieht kann viele Gründe haben. Werden Frauen hier daran gehindert oder haben Frauen kein Interesse an solchen Parteien?

Frauenquote in der Wirtschaft

Im März 2015 wurde vom Bundestag das „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst“ beschlossen, nachdem eine Frauenquote von 30% in Aufsichtsräten eingehalten werden muss, die ab 2016 neu besetzt wurden. Dies gilt für mitbestimmungspflichtiger und börsennotierter Unternehmen.
Alle anderen Unternehmen sind dazu verpflichtet sich ein eigenes Ziel zu setzen, ohne Mindestvorgabe.
Das Gesetzt sieht hier aber nur Aufsichtsräte vor, nicht Vorstände. Und das merkt man leider auch. Mit Stand 2019 waren die Frauenanteile in Aufsichtsräte gestiegen, auf 32% (Vor dem Gesetz lag der Anteil bei 21,9%), bei Vorständen liegt der Frauenanteil bei 8,7 %.
Eine geplante Quote von 50% für Vorstände bleibt bisher unerfüllt und steht immer wieder zur Diskussion.

An diesem Beitrag arbeite ich nun schon ziemlich lange, genauer gesagt seit dem 08. März, also dem Internationalen Frauentag. Ja, der Plan war passend zu diesem Tag etwas dazu zu veröffentlichen. Hat wunderbar geklappt, ne? Aber warum habe ich das nicht und warum will ich überhaupt noch was zu dem Thema schreiben, obwohl es schon so viele Artikel und Beiträge dazu gibt? Mir ist es halt einfach wichtig, zu wichtig, als dass ich es in meinem Kopf lassen und nur bei einzelnen Gesprächen Stücke davon preis zugeben. Was nicht heißt, dass ich keine Diskussionen mehr darüber führen möchte. Bitte, gerne, immer, egal ob nüchtern oder nach ein paar Bierchen, Weinchen oder Ginchen.

Der Text ist auch sehr lang geworden, daher habe ich ihn geteilt und verlinke die einzelnen Abschnitte. (ungefähre Lesezeit 20 Minuten insgesamt). Und ich habe tatsächlich noch lange nicht alles aufgeschrieben was mir so durch den Kopf geht und es wird wohl immer was dazu kommen, denn auch ich lerne noch dazu. Ich habe auch bei der Recherche hierfür einiges gelernt und das möchte ich auch an euch weiter geben, daher ist das hier eine wilde Mischung aus ein paar Anektdoten, einigen Fakten und meiner puren Meinung. Und vlt regt einiges ja auch zum nachdenken an.

Eines Vorweg – ich schreibe oft über „die Männer“ und „die Frauen“. Natürlich will ich keine Verallgemeinerung, es geschah im Sinne der Einfachheit. Ich kenne viele großartige Männer und ich weiß, dass nicht alle Männer so sind. Wer sich hier dennoch angegriffen fühlt sollte einmal nachdenken warum.

Die einzelnen Themen: