Mit ‘Meinung’ getaggte Beiträge

Ich könnte so viele Dinge heute Abend machen. Eine weitere Serie gucken, mein Buch weiter lesen („The Five: Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden“ von Hallie Rubenhold), Yoga wollte ich auch wieder anfangen, ich könnte auch lernen. Aber nein, ich reg mich lieber auf. Über Alice Schwarzer. Immer wieder, immer mehr. Und normalerweise versuche ich jede*n zu verstehen, aber es gibt Menschen, da geht das nicht und Alice Schwarzer ist da ganz vorne mit dabei.

Ich, die sich selbst als Feministin bezeichnet, verabscheue und lehne Schwarzer gerade zu hab. Ja, sie hat vor einigen Jahrzehnten mal viel für die Frauenrechtsbewegung getan, aber sie hat sich so weit vom Feminismus distanziert wie es kaum noch geht. Da sie sich aber nur darüber profilieren kann sieht sie das nicht. Und ihr wird immer wieder eine Bühne gegeben, sie wird nach wie vor als Deutschlands Nr. 1 Feministin gesehen, was der Bewegng am Ende auch eher schadet (meiner Meinung). Hier also einmal mein Rant über Alice Schwarzer.

Russland / Ukraine Krieg

Ganz aktuell ist Schwarzer wieder in den Medien wegen einem „offenen Brief“an Olaf Scholz, mit einer arnung vor dem 3. Weltkrieg, wobei sie da die Schuld bei denen sucht, die nicht nachgeben wollen. Man solle nicht weiter provozieren, keine Waffen liefern etc.
Nun ja…. Das ist halt sehr naiv gesagt und das von einer Frau, die sich häufig so auf tut, als wenn sie zu der interlektuellen Elite gehören würde. Ich meine, ich bin auch für Frieden, Krieg ist scheiße. Und ja, ich bin der Meinung, dass uns eine feministische Außenpolitik gut tun würde. Das heißt aber gerade nicht, dass wir jemanden wie Putin weiterhin alles glauben sollten,d as heißt nicht, dass wir das „Problem auf beiden Seiten sehen“ müssen.
Was Schwarzer mit ihrem Brief tut ist eine Täter-Opfer-Umkehr.
Stellt euch vor wir würden hier nicht von Ländern, sondern von einzelenen Menschen reden. Stellen wir uns mal vor, Russland = Mann, Ukraine = Frau. Russland (Mann) schlägt Ukraine (Frau), weil die sich mit den Nachbarn unterhalten hat. Nach Alice Schwarzer muss Ukraine einfach nur machen was Russland will und schon wird sie auch nicht mehr geschlagen.
Täter-Opfer-Umkehr und Victim Blaming vom feinsten.

Und selbst wem nach wie vor nicht auffällt, dass Putins Beweggründe völlig irrelavant sind, dann sollte man doch zumindest so interelligent sein und erkennen, dass diese dazu auch noch völlig an den Haaren herbeigezogen sind. Putin will keinen Frieden. Wieso glauben manche eigentlich, dass er aufhört, wenn die Ukraine aufgibt? Er lässt Sivilist*innen töten, weil es ihm egal ist. Nach außen hin stellt er es als Befreiung dar, war es aber nie. Wie naiv ist Schwarzer also eigentlich, dass sie denkt, es wäre so einfach?
Oder denkt sie das gar nicht, ist aber allgemein auf Russlands Seite? Immerhin konnte sie Putin schon 2014 verstehen, als er die Krim eingenommen hat. – So WTF???

Islamfeindlichkeit & Rassismus

Das sollte jede*m mittlerwiele bekannt sein. Schwarzer ist gegen den Islam, sie verteidigt ihre Meinung immer wieder, dass die Religion die Frauen unterdrücken würde, gerade das Kopftuch. Aber seien wir mal ehrlich, keine der großen Weltreligionen behandelt Frauen anständig.
Ich stehe der Vollverschleierung auch kritisch gegenüber, weil ich mich da schon frage, wie weit das eigener Wille ist. Aber ich bin ehrlich, ich habe mich noch nie mit einer Muslima unterhalten, die sich voll verschleiert. Die Muslima, die ich kennen lernen durfte in meinem Leben habe das Kopftuch einfach getragen und waren dennoch eigenständige, starke Persönlichkeiten. Nicht einmal habe ich eine kennengelernt, bei der ich das Gefül hatte sie würde super stark unterm Pantoffeln des Islams stehen. Mag sein, dass es wie bei alen Religionen anders aussieht, je konservativer es wird. Aber wie geschrieben, das ist halt bei allen so.
Für Schwarzer steht aber außer Frage, dass der Islam das Sinnbild des Patriachts ist und der Teufel überhaupt. Sie spricht jeder Muslima ab, ein Kopftuch wirklich aus freien Stücken zu tragen. Ihre Islamfeindlichkeit geht soweit, dass sie mit Pegida angebandelt hat und sie hat insgesamt 3 Bücher dazu geschrieben. Ganz schön viel „Dagegen“ sein, wenn es beim Feminismus doch eigentlich um Gleichberechtigung und freie Entscheidung gehen sollte.

Viele kleine Lügen

Ok, nicht viele kleine, aber schon ein paar und darunter auch eine ganz schön Große. Wer sich ein bisschen mit Schwarzer auseinander setzt hat definitiv ihren Steuerhinterziehungsfall mitbekommen. Ich sehe Steuerhinterzeihung nicht als Kleinigkeit an, denn im Grunde werden alle anderen Steuerzahler*innen beklaut. Das gerade eine Schwarzer, die das Gesicht einer Bewegung für Gemeinschaft war, eine große Gemeinschaft hintergeht und zwar aus völlig egoistischen Gründen ist schon harter Toback.
Versteht mich nicht falsch, auch Feminist*innen dürfen Fehler machen, auch sie dürfen gute und schlechte Eigenschaften habe. Nur gerade hierbei finde ich das nicht etwas, was ich einfach so durch gehen kann. Wie gesagt ist es keine Kleinigkeit (again – meine Meinung).
Dann wäre da noch diese Stern-Titelschlagzeilen-Geschichte. 1971 brachte der Stern einen Artikel über insgesamt 374 Frauen, die abgetrieben haben sollen heraus, also gegen ein Gesetz verstoßen haben (sollen). Mit der Aktion wollte Schwarzer (und andere Feministinnen) gegen den Paragrafen 218 des Strafgesetzbuchs ankämpfen. Gute Aktion, gilt heute noch als Meilenstein der deutschen Frauenrechtsbewegung.
Nur, dass Schwarzer und einige andere der Frauen nie eine Abtreibung hatten. Das ist halt krass. Hätte Schwarzer die Aktion nicht durchführen können, ohne zu lügen? War es zu aufwendig tatsächlich genug Frauen dazu zu bekommen öffentlich zu der Abtreibung zu stehen? Oder wollte Schwarzer einfach sich selbst nur wieder in den Mittelpunkt rücken? Hauptsache Schweinwerfer alle auf sie.

Die Doppelmoral

Schwarzer hat eine fast schon irrwitzige Doppelmoral.
Fangen wir mit dem Thema an, was vlt noch einige nachvollziehen können, aber dennoch Doppelmoral ist.
Schwarzer hat sich, auch hier wieder zurecht, gegen die Beschneidung bei jungen Mädchen ausgesprochen. Die Beschneidung gehört tatsächlich abgeschafft, ohne wenn und aber.
Gleichzeitig sieht sie es bei Jungen aber als völlig in Ordnung an, denn sie sind noch klein, der Eingriff ist nicht so schlimm. Dennoch ist es ein Eingriff, der medizinisch nicht notwendig ist und ohne die Zustimmung des Jungen geschieht. Das Thema ist kontrovers, das verstehe ich und gerade deshalb finde ich es macht es sich Schwarzer zu einfach wenn sie sagt es ist bei Jungen schon ok.

Was ich interessanter finde ist ihr Ansatz im Bereich der Sexarbeit und BDSM. Prositution sieht sie als eine Art Sklaverei an. Den Vergleich finde ich schon ziemlich heftig. Ich habe mich ja selbst vor nicht allzulanger Zeit genau mit dem Thema Sexarbeit beschäftigt. Ich weiß also wie zweischneidig die Sache ist. Aber auch hier spricht Schwarzer Frauen (in dem Fall Prostituierten) wieder generell ab eine eigene Entscheidung treffen zu können.
BDSM verurteilt sie ebenfalls, als Unterdrückung der Frau. Das es gerade in dem Bereich viel mehr Absprachen und Consent gibt, als bei anderen Sexualpraktiken verkennt Schwarzer völlig. Dafür findet sie aber 50 Shades of Grey gut, die Frau „unterwirft“ sich ja letztendlich doch nicht. Das Buch romantisiert ja nur toxische Beziehungen, aber was solls.

Jetzt noch eine Terf

Feminismus setzt sich für Gleichberechtigung ein, sollte das auch für alle machen. Aus meiner Sicht müssen wir dazu ersteinmal die Rechte vonden Gruppen stärken, die am kleinsten sind und nach und nach alle auf ein Level ziehen. Das ist mein Verständnis von Feminismus.
Daher kann ich gelinde gesagt nur Stirnrunzeln über die sogenannten Terfss (Trans Exlusiv Radical Feminisim), der auch J.K. Rowling angehört und eben Aliche Schwarzer. Stell dir vor du bist Teil einer Bewegung gegen Unterdrückung und dein Hauptgegner ist dabei eine Gruppe von Menschen, die nochmehr unterdrückt werden als du selbst. macht nciht viel Sinn, oder? Aber genau das ist bei Terfs so.
Dabei ist es lediglich Transfeindlichkeit. Und das Schwarzer eine ist, das hat sie spätestens in den letzten Monaten bewiesen. Zwar hat Schwarzer und die „Emma“ in den 80er Transfrauen noch Wilkommen geheißen, aber jetzt wo es immer mehr in den Vordergrund rückt sieht Schwarzer eine Gefahr darin. (Wo ist sie bitte falsch abgebogen?) Nicht nur, dass die Emma einen Artikel gegen die Grünen-Politekerin Tessa Ganserer raus brachte, in dem sie misgendert wurde, mit dem Deadname angesprochen wurde, damit nicht genug. Am 30.März – und damit einen Tag vor dem International Transgender Day of Visibility (Zufall?) – veröffentlichte Schwarzer „Transsexualität: Was ist eine Frau? Was ist ein Mann? – Eine Streitschrift“.
Ich habe das Buch nicht gelesen, aber die Beschreibung, die alleine schon vor transfeindlichen Begriffen und Klischees trotzt, reicht mir da auch schon. Schwarzer versteht halt nicht, dass es bei Transsexualität nicht darum geht irgendwelchen Geschlechterrollen zu entsprechen. Wenn sie sich wirklich damit beschäftigt hätte, dann hätte sie gemerkt, dass gerade Transmenschen sich sehr viel mehr mit dem Unsinn von Geschlechterklischees beschäftigen, als das CIS Menschen machen. Für sie ist die Vorstellung, dass Frau sein eben mehr ist als das was zwischen deinen Beinen ist, einfach nicht begreifbar. Das sie dann ein Buch genau dazu veröffentlicht ist halt ziemlich Banane. (Ich kann langsam nicht mehr, die Frau macht mich fertig 😀 ). Das es veröffentlicht wird, ohne viel Gegenwind ist schon sehr fragwürdig. Bringt Schwarzer mit ihren Kontroversen so viel Geld? (Das Amazon es als LGBT+ Buch einordnet ist dabei nur noch die Kirsche auf dem Hohn-Sahne-Haufen).
Dabei schießt Schwarzer immerhin fast gleichermaßen gegen Transmänner und Transfrauen. Frauen wie Tessa Ganserer erschleichen sich ihren Platz und stellen eine Gefahr für Cisfrauen dar, da sie sich z.B. auch in Safe Spaces wie Toiletten „reinschleichen“. Ich mein, ich weiß ja, dass einige Männer viel tun um Frauen zu belästigen, aber ich denke ihre toxische Männlichkeit ist dann doch zu groß, als dass sie dafür so tun würden als wären sie Trans. Transmänner dagegen wollen ja nur Männer sein, weil sie sich mit den Genderklischees der Frauen nicht identifizieren würden. Hat Alice Scharzer den jungen Generationen mal zugehört, die gerade alle mölichen gendernormen abschaffen wollen? Glaube nicht, dann würde sie merken, was für ein Bullshit das ist.

Schwarzer und die Bild – Hauptsache der Rubel rollt

Schwarzer und die Bild – das ist so eine Verbindung, die dürfte es doch gar nicht geben. Ich glaube hier kommt wieder ihre Doppelmoral zum Anschein. Während sie einerseit immer wieder Frauen dafür verachtend begenet, wenn sie etwas tun was aus Schwarzers Sicht das Patriacht nur stützt, macht sie es mit ihrer immer wieder erneuten Zusammenarbeit mit der Bild ziemlich häufig selbst. Sexarbeit ist zwar Skalverei, und Pornograpie abzulehen, aber wenn die Bild Schwarzers Artikel im gleichen Heft wie die „Wetter-Dame“ abdruckt, ist das wohl in Ordnung. Müsste eine Frau Schwarzer mit ihren Moralvorstellungen nicht genau das ablehnen und dann eben nicht bei der Bild veröffentlichen? Aus Prinzip schon?
Wird wohl vergessen, sobald es genug gibt, die es lesen, es genug Geld gibt und Schwarzer sich profilieren kann, während die Bild mal wieder eine schön reißerische Schlagzeile hat. Doppelmoral und so, ne?

Frauenhass??

Das Alice Schwarzer Männer jetzt nicht so super findet wissen wir glaube ich alle. (Wobei, sobald Geld fließt scheint es ja egal). Aber Frauenhass? Ist das jetzt nicht ein bisschen weit hergeholt?
Ist zwar schwierig, aber eigentlich – Nö.
Wie ich immer wieder betont habe spricht Alice Schwarzer es anderen Frauen ab, eine Entscheidung, die sie nicht gut findet, diese aus freien Stücken zu treffen. Seien es Muslima, Prosituierte, Akt-Models, Transmenschen, Hetrosexuelle (Ja, Schwarzer spricht von einer Zwangsheterosexualität – als ob ich straight wäre, wenn ich eine Wahl hätte – lol). Als ob wir alle so super leicht beeinflussbaren wären und nur sie, als die Eine hat es erkannt und will uns jetzt befreien. Aber halt nur, wenn wir wie sie denken.
Ist es daher von mir wirklich zu weit hergeholt zu sagen sie ist misogyn, wenn sie es einem Großteil von uns nicht zutraut selbst zu denken?

Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer
https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_haben_abgetrieben!
https://www.emma.de/artikel/offener-brief-bundeskanzler-scholz-339463
https://www.tagesschau.de/inland/offener-brief-schwarzer-101.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Emma_(Zeitsch
rift)

Immer wieder stoße ich bei feminstischen Diskussionen auf das Thema Sexarbeit und die sehr unterschiedlichen Ansichten vieler Feminist*innen und allen die sich irgendwie mit dem Thema beschäftigen. Ich habe versucht mir eine eigene Meinung zu bilden und bin auf viele Für und Wider gestoßen. Es ist nicht alles schwarz, nicht alles weiß und eigentlich passt auch Grauzone nicht richtig. Sexarbeit ist vielfältig, auch wenn die meisten wohl automatisch an Prostitution denken.

Es gibt grob gesagt zwei Auffassungen. Die einen sagen selbstgewälte (das ist wichtig!) Sexarbeit ist ein normaler Beruf und kann für einige empowernt sein.
Die anderen sagen es spielt den patriarchischen Strukturen in die Hände und stärkt das Patriarchat. Schließlich kauft in der Regel ein Mann eine Frau, so die Meinung.
Die Diskussion ist nicht nur eine um Sexarbeit, sondern um Sex generell. Wie befreit sind wir? Wie eingeschränkt sind wir? Das ganze Thema ist so komplex, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich dem in einem Blog Beitrag wirklich gerecht werde, aber ich gebe mir Mühe. Das heißt aber auch, dass das hier etwas länger werden könnte.

Was umfasst Sexarbeit

Wie bereits geschrieben, Sexarbeit ist viel mehr als „nur“ Prostitution, sondern wie der Name schon sagt, ist damit jegliche sexuelle Dienstleistung, die gegen Entlohnung erbracht wird, gemeint. Also Pornodarsteller*innen, Stripper*innen, Aktmodels (also wie bei Onlyfans) und viel mehr. Die Hauptdiskussion bezieht sich aber auf Prostitution.

Besonders hervorheben möchte ich hier Sexualbegleiter*innen. Diese bieten genau wie Prostituierte sexuelle Handlungen an, der Fokus liegt aber eher auf Personen, die es schwerer haben Beziehungen einzugehen. Die Dienstleistung richtet sich meist an Menschen mit Behinderung, in Anspruch nehmen kann es aber jede*r. Der Unterschied ist hier, dass beide Parteien offen darüber kommunizieren, was geht und was nicht und niemand die Oberhand hat. Es geht viel mehr um die Nähe, als um einfach Rein/Raus Sex und es gibt (so die Idealvorstellung) kein Machtgefüge.

Kritik an Sexarbeit / Prostitution

Eines der ersten Argumente gegen Prostitution ist, dass es ein sehr patriarchales Konzept ist und gerade hierbei Frauen als Objekte angesehen werden, als kaufbar. Ich persönlich kann dieses Argument kaum unterstützen, verstehe aber wo es her kommt und ganz falsch ist es nicht. Gerade Männer, die Frauen für Sex bezahlen sehen diese Frauen tatsächlich als Objekte an. Liest man z.B. einige Bewertungen in Foren (das es sowas gibt ist schon perfide genug), dann kann einem nur schlecht werden. Da schreibt dann z.B. ein Mann, dass die Frau abwesend, wirkte, als ob sie sich zwingen müsste. Anstatt das aber als Zeichen zu sehen, dass sie wahrscheinlich tatsächlich dazu gezwungen wird bewertet er sie einfach lapidar mit weniger Sternen. „2 von 5 Sternen, weil sie hat es gemacht, war aber nicht begeistert.“ Solche Haltung ist schon ziemlich zynisch und ja, da kann ich verstehen, dass Leute da n sagen, dies ist Patriarchat in Reinform.
Was mir bei diesem Argument fehlt ist allerdings eine erweiterte Sichtweise. z.B sind nicht nur Frauen Prostituierte, nicht nur (Cis) Männer sind Freier. Zum anderen schwingt in diesem Argument direkt noch mit, dass einige radikale Feminist*innen generell der Meinung sind heteronormativer Sex sei generell patriarchalisch und damit von Feminist*innen abzulehnen, einige gingen dabei soweit zu sagen, dass alle Feministinnen lesbisch sein sollten. Für mich geht das zu sehr gegen die sexuelle Selbstbestimmung und klingt zu sehr danach, als wenn man sich die Sexualität aussuchen könnte (glaubt mir, kann man nicht, als ob ich dann hetero wäre), also genau das was auch homofeindliche A*schl*ocher sagen.

Für mich die Hauptargumente gegen Prostitution (und gegen Pornographie) ist die Ausbeutung und Ausnutzung, hauptsächlich von Flinta*. Vielen bleibt oft keine andere Wahl, weil sie kaum andere berufliche Chancen haben. Gerade bei Migrant*innen ist das leider oft der Fall. Dazu gibt es viele Verschleppungen und Zwangsprostitution. Dahinter steckt eine wahre Industrie, die sich darauf spezialisiert hat (hauptsächlich) Frauen aus anderen (ärmeren) Ländern nach Deutschland zu locken, zur Prostitution zu bringen (also zwingen) und an ihnen zu verdienen. Oftmals z.B. wird den Frauen eine liebevolle Beziehung vorgetäuscht, gelockt mit Umschmeichlungen und Geschenken und späteren Gasligting „Wenn du mich liebst, machst du das“ gefügig gemacht. Hilft das nicht kommt noch Gewalt und Erpressung dazu. Als wenn das nicht schon verachtungswürdig genug ist lasse sich diese Menschen immer neue Strategien einfallen und nutzen dabei hauptsächlich die Not aus, in der sich die Opfer befinden. Selbst der Ukraine Krieg wird dafür ausgenutzt. Es wird zu den Grenzen gefahren oder an deutschen Bahnhöfen auf Flüchtende gewartet, ihnen wird Hilfe versprochen, der Pass abgenommen und sie werden zur Prostitution gezwungen. Ja, Menschen sind scheiße.
Die Opfer empfinden es mit Sicherheit nicht als Empowerment und es hat auch nichts mit Emanzipation zu tun. Die Menschen die die Notlage anderer so dermaßen ausnutzen die haben jegliche Menschlichkeit schon lange verloren.
Es gibt auch selten einen Ausweg daraus, denn die Macht ist dabei zu groß. Und unserer Gesetzt schützt diese Opfer nicht, obwohl es sich hierbei um Menschenhandel handelt.

Was für Sexarbeit / Prostitution spricht – Kritik an einem reinen Verbot

In Deutschland ist Prostitution unter Regeln erlaubt, in Schweden ist es dahingehend verboten. Viele Aktivist*innen fordern auf Grund der o.g. Argumente (die noch viel tiefgehender sind, aber wie gesagt Blogbeitrag und so) eine Umstellung auf das nordische / schwedische System. Nach diesem Prinzip ist Sexkauf verboten, im Gegensatz aber z.B. zu der USA, werden hier nicht die Prostituiert*innen zur Strafe gezogen, sondern die Freier und die, die die Prostitution unterstützen und von ihr profitieren. Dies sollte zum einen die eigentlichen Nutznießer (also Freier*innen und Zuhälter*innen) in die Verantwortung nehmen, aber auch die Flinta* schützen. Nachdem ich eine Doku darüber gesehen habe (Link kommt unten bei den Quellen) bezweifle ich aber sehr stark, dass das Ziel wirklich erreicht werden konnte. Prostituierte berichten, dass sie das Geschäft in Privatwohnungen verlegen mussten, sie also meist mit den Freier*innen alleine sind, die Auswahl auf der Straße muss schneller getroffen werden, aus Angst, dass man erwischt wird. Zwar werden die Prostituierten nicht mehr bestraft, aber sie wollen natürlich dennoch ein Geschäft machen. Strafe ist für sie der Wegfall nicht nur eines Kunden, sondern im schlimmsten Fall aller. Mit dem Komplettverbot hatten viele einfach keinen Job mehr. Stell dir vor du dürftest deinen Büroberuf nicht mehr ausüben, weil andere Firmen der gleichen Branche ihre Mitarbeiter*innen ausgebeutet haben (ja, passiert auch im Westen), aber dir ging es bis dahin gut. Blöde Vorstellung oder? Natürlich ist das überspitzt und sehr vereinfacht, denn Sexarbeit ist eben kein Bürojob.
In Schweden sagen einige der Prostituierte, dass es jetzt auch gefährlicher wurde, weil es kaum noch wirkliche Kontrollen gibt. Tatsächlich ist die Polizei für diese Fälle eher unterbesetzt. Und auch in Schweden kommen täglich Menschen aus Osteuropa an, die dann kaum eine andere Wahl haben, aber auch das nicht richtig ausüben können. Andere Jobs gibt es kaum. Helfer*innen, die Ausstiegsmöglichkeiten anbieten wollen, können meist nur ein Flugticket ins Heimatland anbieten.

Dazu kommt dass es auch Prostituierte gibt, die den Job sehr gerne machen und ihn ausleben möchten, ohne Stigmata, ohne Verbot. Im Verhältnis zu denen die auf die ein oder andere Art gezwungen sind (ob nun durch Umstände wie Armut oder durch andere Menschen) ist deren Anteil aber gering. Es gibt sie dennoch. Weil es ihnen Spaß macht, weil sie gerne ihr Geld damit verdienen. Zu sagen, dass das gar nicht sein kann halte ich für ziemlich eingeschränkt und entspricht mehr dem Patriarchat, als die Tätigkeit. Denn hier wird nur wieder der Aberglaube aufgewärmt, dass Flinta* gar nicht gerne Sex haben, die Sexualität von allen, die nicht Männlich sind wird geradezu verleugnet und wieder mal mit Scham belastet. „Du bist kein Mann? Dann findest du Sex ja doof, also kannst du den Job doch gar nicht gut finden.“ Und wie gesagt gibt es ja auch Männer die als Call Boys, Gigolos etc. arbeiten.

Auch die oben bereits erwähnten Sexbegleiter*innen könnten negativ von einem solchen Verbot beeinflusst werden. Zum Beispiel könnten sie auch darunter fallen und somit würden sie ihren Job verlieren. Bei einem kompletten Verbot würde das auch Menschen treffen, die ohne Sexualbegleiter*innen keine andere Möglichkeit haben, den Zugang zur Deckung eines Grundbedürfnisses entziehen. Sollten sie eine Ausnahme erhalten kann ich es mir durchaus vorstellen (reine Spekulation meinerseits), dass sie dann viel mehr Kund*innen bekommen, die den eigentlichen Sinn ignorieren, also die Beidseitigkeit wegfallen lassen wollen.

Die Frage ist – wen müssen wir schützen? Die Mehrheit die unter Zwangsprostitution leidet oder die Minderheit, die den Job gerne machen? Lässt sich ein Mittelweg für alle finden?

Empowerment oder doch eher White Feminisim?

Die großen Verfechter*innen von Sexarbeit in jeglicher Form sieht diese als Empowerment und Emanzipation. Eine Chance Macht über sich, seinen Körper zu haben. Und ich kann mir das gut vorstellen. Sie haben die Kontrolle über ihren Körper und was damit passiert (im Idealfall). Das gefällt zwar einigen nicht und so werden Flinta* die selbstbewusst sich für Sexarbeit entscheiden oftmals beleidigt, während die gleichen Leute es feiern, wenn Nachtbilder unfreiwillig geleaked und veröffentlicht werden. Und da wären wir wieder bei den allgemeinen Machtstrukturen. Es ist für viele halt geiler, wenn sie Macht über eine Person ausüben können, als wenn die andere Person Macht über sich selbst hat.
Mir kam zu dem Thema ein Gedanke auf. Zwar finde ich es wichtig, dass Sexarbeit nach und nach enttabuisiert wird und wer Jobs in der Sexindustrie ausüben möchte soll das bitte auch tun dürfen, aber in all dem wird tatsächlich, und da muss ich den radikalen Feminist*innen Recht geben, außer Acht gelassen, dass die meisten das nicht gerne tun. Die, die gerne es tun und eben als empowernd empfinde, dass sind hauptsächlich weiße CIS, Heterofrauen aus dem Mittelstand, aus dem Westen. Sie wurden nicht aus ärmeren Ländern nach Deutschland gelockt, sind nicht vor Krieg geflohen, sie haben eine Wahl. Eine Wahl, die viele nicht haben. Der White Feminisim unterläuft häufig der Fehler die Probleme von Flinta*, die mehr benachteiligt sind als sie selber, nicht zu sehen, nicht sehen zu wollen, als nicht wichtig anzusehen, ja sogar als störend zu empfinden, denn plötzlich geht es nicht mehr um die eigenen Probleme, sondern um die der anderen. Dabei soll gerade der Feminismus die stärken, die weniger Rechte haben. Sprich alle auf ein gleiches Level heben. Das kann aber nur passieren, wenn wir denen, die weniger haben dabei unterstützen dem zu entfliehen, ihnen die gleichen Rechte und Möglichkeiten einräumen, die wir schon haben. Und das geht halt nicht, wenn wir Sexarbeit ohne weiteres hinterfragen einfach so feiern. Als (intersektionale) Feministin muss ich zu Erst schauen, dass ich die Rechte der anderen stärke, ehe ich auf mein eigenes Empowerment blicken kann. An Strukturen festhalten, die andere benachteiligt, nur weil ich zufällig von ihnen profitiere ist halt nicht feministisch.

Jedem sollte sein Job gefallen, aber gerade Sexarbeit sollte nur dann gemacht werden, wenn man es wirklich will und nicht als einziger Ausweg aus Armut oder aus Zwang. Aber ist ein kompletter Verbot wirklich die Lösung? Ich denke eher nein, auch wenn ich den Ansatz des schwedischen Modells Freier*innen und Zuhälter*innen in die Verantwortung zu ziehen, statt der Prostituierten, als den besten Ansatz sehe. Zwangsprostitution und Verschleppung hat das m.A. nach aber nur bedingt was entgegen gebracht.
In Deutschland hat man es auf andere Weise versucht und einen Papier- und Verwaltungsakt draus gemacht, kontrolliert wird aber auch hier nicht wirklich. Es gibt schon Verbände für Sexarbeit, die müssen da m.M. mehr mit einbezogen werden.
Ein Mittel um zumindest die aus Armut resultierende Sexarbeit einzudämmen sind da die Öffnung des Arbeitsmarktes für Einwander*innen und Flüchtlinge, denn wer offiziell nicht arbeiten darf ist gezwungen anders Geld zu verdienen und die Anhebung des Mindestlohnsatz und leichterer Zugang zu staatlichen Zuschüssen.
Ich habe einmal sehr naiv darüber nachgedacht, ob es nicht eine Art „Gütesiegel“ für Prostituierte geben könnte. So eine Art TÜV. Und nur wer das (egal ob Freiberuflich oder der Puff) darf dem nach gehen. Und wenn Freier*innen das nicht prüfen und eben zu Prostituierten ohne Siegel gehen werden sie bestraft (nicht die Prostituierten). Ich hab ja gesagt, super naiv und kann bestimmt auch ausgenutzt werden, aber ich fände es dennoch gut, wenn es einmal im Leben so einfach wäre (Ist es aber nicht).
Auch müssen mehr Ausstiegsprogramme angeboten werden und dabei darf es nicht die einzige Lösung sein, dass man sie abschiebt und in das Land, aus dem sie geflohen sind (oder verschleppt wurden) zurück schickt, wenn sie das nicht wollen. Das Problem hierbei ist nämlich, dass die Gefahr durchaus besteht, dass sie den gleichen Täter*innen in die Hände fallen wie zuvor auch und dann wieder feststecken. Es ist ein Teufelskreis.

Ich merke selber, dass ich mich zumindest in der Diskussion, selbst im Kreis drehe. Sexarbeit wenn wirklich 100% freiwillig, ja, bitte, macht. Zwanghaft, besonders in Verbindung mit Menschenhandel, ist aber auf keinen Fall zu erdulden. Und wie soll sichergestellt werden, dass die eine an der Ecke da jetzt wirklich steht, weil sie will und nicht weil ein breitschultriger Glatzkopf an der nächsten Ecke sie beobachtet und bedroht? Wer kontrolliert, ob es aus Geldnot getan wird oder weil man eben damit am liebsten Geld verdienen will? Wäre dann ein Mindestsatz für Prostitution eine Idee? Alles was unter 100€ die Stunde ist ist strafbar? Zumindest wäre es ein Indiz für Freier*innen, die so gerne die Augen verschließen („wirkte lustlos“), aber das würde am Ende nur wieder den Luden zu Gute kommen.

Es ist ein wirklich schwieriges Thema und eben nicht einfach schwarz/weiß mit einfachen Lösungen.

Quellen:
https://www.sexualbegleitung.com/
https://www.gender-nrw.de/sexarbeit/

Doku – ZDFzoom – Deutschland und der gekaufte Sex:

Disclaimer: An den Stellen, an denen ich Frauen / Männer benutze habe ich das bewusst so gemacht, weil es in häufiger diese Gruppen betrifft. Solltet ihr finden, dass es an dieser oder jenen Stelle falsch war, dann lasst uns gerne darüber reden. Austausch ist immer gut. 😊 Und nein, ich weiß nicht ob und wie man Prostituierte gendert und bei Freier*innen bin ich mir auch nicht sicher ob das so stimmt. Auch ich lerne immer wieder.

Eckdaten
Autor: Trudi Canavan
Genre: Fantasy
Erschienen:
„Magie“: 2009
„Die Gilde der schwarzen Magier“: 2006

Vor einiger Zeit kaufte ich mir, Jahre nachdem ich „Die Gilde der schwarzen Magier“ gelesen hatte, das E-Book der offiziellen Vorgeschichte „Magie“. Nachdem ich damit durch war fing ich die Tribologie nochmal von vorne an und wie ich merkte, hatte ich 1. einiges vergessen und 2. hat sich meine Meinung über gewisse Sachen auch stark geändert.
Aber erst mal langsam und von vorne angefangen.

Magie

Wie erwähnt wird das Buch als die Vorgeschichte von „Die Gilde der schwarzen Magier“ angepriesen. Das stimmt jedoch nur bedingt, denn „Magie“ spielt ca. 700 Jahre vor der Trilogie. Wer also auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten gehofft hatte wird enttäuscht. Dafür kann man das Buch aber auch lesen, wenn man die anderen nicht kennt.

Story: Die junge Tessia wünscht sich nichts sehnlicher als Heilerin und damit die Nachfolgerin ihres Vaters, dem Heiler ihres Dorfes in Kyralia. Doch nicht nur die Gesellschaft steht diesen Wunsch im Wege. Ihre Mutter würde sie am liebsten verheiratet mit einem erfolgreichen Mann sehen. Doch Tessia gibt nicht auf und schleicht sich daher eines Tages ins Haus des Magiers Lord Dakon, um einen dort liegenden Verletzten selbstständig und alleine zu behandeln und somit allen Zweiflern zu zeigen, dass ein Mädchen durchaus Heiler werden kann. Doch als sie sich wieder auf den Weg nach Hause machen will läuft sie dem Hausgast, einem Magier aus dem Nachbarland Sachaka, in die Arme und wird von ihm bedrängt. Als sie sich wehrt benutzt sie ungewollt Magie und so muss nicht nur sie feststellen, dass in ihr ein ungeheures magisches Potenzial schlummerte. Lord Dakon nimmt sich ihrer an und macht sie zu seiner Novizin. Erst muss sich Tessia an das neue Leben gewöhnen und muss lernen ihre Magie zu kontrollieren und auch mit der Missgunst von Jayan, dem älteren Novizen von Lord Dakon, umzugehen. Doch gerade als sie erkannte, dass das Leben als Magierin ihr einige Vorteile und auch die Chance ermöglicht doch noch Heilerin zu werden, wird sie in einen magischen Krieg hineingezogen, denn der Sachakaner, der sie bedrängte, war nicht aus freundschaftlichen Gründen in Kyralia. Er und eine Handvoll anderer Magier wollen Kyralia wieder zurück erobern und das wollen die Magier aus Kyralia um jeden Preis verhindern.

Zusätzlich existiert auch noch eine kleine Nebenstory rund um die Halb-Sachakanerin und (heimliche) Magierin Stara. Diese wird von ihrer Mutter zu ihrem Vater nach Sachaka geschickt und dort zwangsverheiratet.

Fazit:  Im Endeffekt ist das Buch weder besonders gut, noch besonders schlecht. Trudi Canavan ist ein gutes, solides Mittelmaß gelungen, wenn auch etwas vorhersehbar. Die Story rund um den Krieg, der ja auch in der Trilogie von Bedeutung war, ist durchaus interessant.  Die Charaktere sind durchweg verschieden und machen Wandlungen durch, mal mehr, mal weniger. Besonders beeindruckend ist Tessias Leidenschaft für das Heilen, das auch letztendlich zur heilenden Magie führt.  Schade finde ich, dass einige Charaktere nicht ganz ausgereift und oberflächlich wirken. Die meisten Menschen entsprechen dann auch dem üblichen Bild ihres Volkes. Der gute (weiße) Kyraliaer, der brutale (dunkelhäutige) Sachakaner , der ängstliche Sklave und so weiter. Und wenn die Charaktere dann doch mal davon abweichen sind es Nebendarsteller, die kaum erwähnt werden oder recht bald sterben.

Die Einführung der zweiten Storyline mitten im Buch kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sie ist wirklich unnötig und führt auch zu nichts. Ich habe wirklich gedacht ich hätte Stara vorher einfach überlesen. Es gibt auch nur einen minimalen Berührungspunkt mit der Hauptstory. Wahrscheinlich musste Seiten gefüllt werden. So wirkt es jedenfalls.

Dazu sind die ständigen Wechsel der Sichtweisen auch eher unnötig und wirken als wenn man verzweifelt versucht Vielschichtigkeit zu zeigen. Dabei geht leider Tessia als Hauptcharakter etwas unter.

Auch das eines der wichtigsten Ereignisse am Ende des Buches aus der Sicht eines der wohl unwichtigsten Charaktere beschrieben werden und dann dabei auch noch den Tod eines anderen (wichtigen) Charakters in einen Nebensatz gepackt wird  kann ich nicht nachvollziehen. Hier hätte man sich durchaus die Zeit nehmen können und der Epilog hätte länger sein können. Ich hätte so gern mehr über die Entstehung der Gilde erfahren und mehr zu anderen Charakteren, aber es passiert einfach nicht. Und Tessia ist dann nicht einmal mehr dabei, sondern sitzt schwanger zu Hause rum.

Die Gilde der schwarzen Magier

Sonea stammt aus dem ärmsten Vierteln der Hauptstadt von Kyralia, den Hüttenvierteln, und muss sich mit Armut und den Gefahren der Stadt rumschlagen. Wie alle Hüttenleute gibt sie die Schuld an ihrer Lage den Magiern der Gilde und „kämpft“ gegen diese bei der jährlichen Säuberung. Dabei bricht ihr magisches Potenzial aus und sie verletzt einen Magier. Geschockt flieht Sonea und versteckt sich aus Furcht vor der Gilde im Untergrund der Stadt. Stets an ihrer Seite ihr Freund Ceryni. Doch Sonea muss erkennen, dass sie keine Wahl hat und stellt sich der Gilde. Diese bieten ihr einen Platz an der Universität und damit auch in der Gilde an. Doch nicht alle in der Gilde sind der Meinung, dass Sonea diesen Platz verdient hat, denn bisher waren nur Kinder aus den reichen Häusern zugelassen. Dieses Problem zieht sich durch alle drei Bände, besonders aber durch die ersten zwei. Sonea muss sich immer wieder Anfeindungen und hinterhältigen Tricks stellen. Und zwar von anderen Novizen, als auch von Magiern. Aber nicht nur durch ihre eigenen Landleute droht Sonea Gefahr. Denn einige Sachakaner wollen sich für den damals verlorenen Krieg rächen und planen einen Angriff auf die Gilde.

Fazit: Ja, ich mag die Trilogie immer noch, auch wenn mir mehr Schwächen aufgefallen sind als beim ersten Lesen. Ich mag die meisten Charaktere irgendwie, sogar Soneas großen Widersacher Regin. Er ist zwar etwas einseitig, nämlich fast immer fies und hinterhältig, aber es gibt wirklich Jungen die in dem Alter so sind. Ceryni ist und bleibt mein Liebling, was andere wohl anders sehen. Nur früher mochte ich ihn im ersten Band lieber, diesmal gefällt er mir im dritten sehr viel besser (im zweiten taucht er so gut wie nicht auf). Daran sieht man aber, dass man selber gereift ist. Während ich damals den Freund der aus Liebe alles tun würde richtig super fand ist er mir heute im ersten Band einfach zu unterwürfig Sonea gegenüber. Im dritten Teil ist er dagegen sehr viel selbstständiger. Nur eines bleibt bestehen – die angesprochenen Liebesgeschichten (und zwar alle!!) mag ich sehr gerne, kann sie heute allerdings auch eher nachvollziehen.

An ein paar Stellen musste ich aber auch sehr lachen. Einfach von der Formulierung her. Gerade wenn es um Leidenschaft, Liebe und Sex geht wirkt das alles doch zu sehr gewillt, als das man es ernst nehmen könnte.

Nur das Ende empfinde ich als etwas schnell dahin geklatscht, was sehr schade ist. Es wirkt wie ein zu sehr gezwungener Abschluss ohne aber wirklich zu Ende zu sein.

Nichts desto trotz kann ich die Gilde gut weiter empfehlen.

Fazit zu beiden Geschichten und ein kleiner Vergleich

Beide Bücher haben einen ähnlichen Grundaufbau der Story, was ich als einen der größten Schwachpunkte, besonders von „Magie“, ansehen würde. Beide Hauptcharaktere kommen aus einfachen Verhältnissen und hätten eigentlich nicht das Recht Magie zu erlernen, beide sind natürlich hochbegabt, äußerst intelligent und lernen schnell. Und natürlich verlieben sich beide eher ungewollt und unverhofft. Sonea wirkt aber als Charakter ausgereifter und mehr durchdacht als Tessia. Auch wurde Sonea die Rolle des Hauptcharakters wirklich zugesprochen, die Tessia irgendwann verliert.

Beiden muss ich den Einbau einer homosexuellen Beziehung zu Gute legen. Ja, das taucht tatsächlich auf, auch wenn es in „Magie“ eher nebensächlich ist und doch sehr erzwungen wirkt (nach dem Moto – „Das kam bei der Gilde gut an, das muss ich wieder drin haben“). Hätte man sich auch sparen können an der Stelle.

Im Vergleich ist die „Die Gilde der schwarzen Magier“ einfach besser, ausgereifter und wirkt nicht so erzwungen.