persönlicher Blog

Silbereule liest – 2024

Eine kurze Übersicht der Bücher, die ich 2024 gelesen haben. Nicht unbedingt Bücher, die 2024 erschienen sind. Dazu ein bisschen Meinung. Es kann zu kleinen Spoilern kommen, ich versuche sie aber soweit essen geht zu vermeiden. Der Beitrag wird immer wieder erweitert, bis das Jahr 2024 vorbei ist. 🙂

Buch 01: Eine Frage der Chemie (Bonnie Garmus)


Für dieses Buch hab ich gefühlt eine Ewigkeit gebraucht. Obwohl ich die Story an sich sehr gut und spannend fand, so war es empfand ich es dennoch als anstrengend zu lesen. Eigentlich habe ich es auch nur wegen der Story zu Ende gelesen.

Story: Elizabeth Zott muss sich als Chemikerin in den 50er Jahren nicht nur gegen Ihre männlichen Kollegen behaupten, sondern allgemein gegen eine Gesellschaft, die intelligente Frauen nicht besonders mag. Sie geht dabei ungewöhnliche Wege, weil sie lieber Umwege geht, als von Ihren Einstellungen abzuweichen.

Ja, es ist feministisch, ja, es behandelt schwierige Themen und Bonnie Garmus scheut sich nicht davor die Dinge beim Namen zu nennen. Dennoch konnte es mich am Ende nicht überzeugen. Zu erzwungen empfand ich gerade die feministischen Aspekte des Buches, Elizabeth Zott war mir zu anstrengend als Hauptfigur. Natürlich muss sie nicht die ganze Zeit sympathisch sein und das sie es nicht ist, ist eine willkommene Abwechslung. Aber für meinen Geschmack war sie zu sehr „die Einzige“. Die Einzige, die die Ungerechtigkeit sieht, die Einzige die etwas dagegen macht, die Einzige, die anders ist, die Einzige die es den Frauen aufzeigen kann und ihnen helfen kann. Bin nur ich das oder ist das etwas arrogant und anmaßend? Hätte man das Buch nicht dazu nutzen können um noch mehr solcher Frauenfiguren zu haben? Die, die eben anders sind und nicht erst vom Patriachat befreit werden müssen?
Auch waren es mir zu viele POV Wechsel, zu viele verschiedene Sichtweisen. Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum einige der Kapitel aus der Sicht des Hundes sein mussten. Ja, sicher, soll clever sein. Meiner Meinung nach hätte das das Buch gar nicht gebraucht. Dafür hätte ich mir mehr von Elisabeth gewünscht, denn irgendwie fehlt das. Man lernt sie hauptsächlich durch die Augen von anderen kennen, aber auch das oft nur oberflächlich, die große Liebesgeschichte auch fast nur von Personen außerhalb der Beziehung. Ich fand es schade, dadurch fehlt es dem Buch an nötiger Tiefe.
Und dieses Buch lies mich sehr stark nach einer Trigger-Warnung in Büchern schreien. (Wer überlegt das Buch zu lesen und eine braucht schreibt mir bitte)

Buch 02: One of Six – Vertrauen (Kim Nina Ocker)

Das Buch hatte ich irgendwie vergessen in meiner Aufzählung. Es ist die Fortsetzung von „One of Six – Verrat“ und bringt die Dilogie zum Abschluss.

Story: Nachdem die Gruppe um Luca die Ereignisse aus Teil 1 überlebt und ja auch irgendwie überstanden hat müssen sie nun alle wieder in ihren Alltag. Luca fällt es schwer alles hinter sich zu lassen. Dazu schwirren ihr Fragen durch den Kopf, z.B. wie es mit Devon weiter gehen soll und ob Anna Recht hat und der wahre Täter noch frei herumläuft. Und dann erhält Luca auch noch anonyme Nachrichten und sie erkennt, dass sie dem Schrecken von Eagle Creek nicht entkommen ist.

Es ist wie gesagt der zweite Teil. Den ersten fand ich ehrlich gesagt ganz gut, leider schwächelt der zweite dann doch sehr. Wer der Täter ist kann man m.M. schon recht früh erkennen. Allerdings finde ich wirkt es so, als ob sich Ocker nicht vor dem Schreiben überlegt hat wer der Täter ist, sondern ein bisschen nach dem Ausschluss-Prinzip vorgegangen ist. Und das Motiv war so naja. Aber alles in Allem eine gute Krimi-Reihe für zwischendurch mit ein wenig Spice drin. 😉

Buch 03: Hard Liquor – Der Geschmack der Nacht (Marie Graßhoff)


Auf das Buch, bzw. auf die Food Universe Reihe bin ich durch TikTok (#Booktok) Aufmerksam geworden, als mir ein paar Videos der Autorin – Marie Graßhoff – in meine FYP (For You Page) gespielt wurden. Nicht nur war sie mir direkt sympathisch, sondern das Konzept der Reihe war so irre, dass ich nicht daran vorbei konnte. Eine Welt in der Nachkommen von verschiedenen Göttern leben, die Superkräfte entwickeln sobald sie etwas Bestimmtes tun, essen oder trinken.

Story: Das erste Buch der Reihe handelt von Tycho, die zwar keine Ahnung von den anderen Götternachfahren hat, aber zumindest aber ihre Superkräfte entdeckt hat und auch das was sie auslöst. Tycho’s Trigger ist Alkohol. Und da sie ein kleines Partygirl ist, begibt sie sich als Captain Wodka häufiger auf Streifzug in New Yorks Straßen um andere vor Angriffen zu retten, manchmal auch einfach sich selbst. Sie behält es für sich, erzählt nicht mal ihrer Ersatzfamilie und engsten Bezugsperson davon. Aber natürlich bleiben Ihre Taten nicht lange unbemerkt – immerhin berichtet ein Radiosender rege davon (nette Einschübe). Und so sieht sie sich einer Behörde gegenüber, die sich auf die Beobachtung und Kontrolle von diesen Götternachfahren spezialisiert hat. Diese warnen sie vor einer Sekte bestehend aus noch mehr Nachfahren. Aber kann sie der Behörde wirklich trauen?

Ich mochte den Schreibstil, er ist schön locker und die Geschichte ist spannend. Zwar gibt es ein paar Klischees, denn natürlich ist Tycho Waise und ich persönlich fand, dass man sich schnell denken konnte was mit Ihren Eltern passiert ist. Aber der Story hat es dennoch keinen Abbruch getan. Die Charaktere (nicht nur Tycho) und die Dynamiken sind interessant und vielschichtig. Ich bin auf jeden Fall auf Teil 2 gespannt, dass ich als nächstes anfangen werden (08/2024).

Buch 04: Mekka hier, Mekka da (Melina Borcak)

Das Buch wurde mir, glaube ich, über Instagram empfohlen, aber ich weiß leider nicht mehr von welchem Account. Vielleicht war es sogar Max Czollek, den einige aus der Sendung „Die beste Instanz“ kennen dürften (vlt seid ihr auch besser als ich und kanntet ihn vorher), denn er hat einen s.g. Blurb für dieses Buch verfasst (Und ich traue ihm durchaus zu das nicht nur gegen Geld gemacht zu haben).

Jedenfalls hatte ich von diesem Buch gehört und wollte es unbedingt lesen. Denn kurz davor ist mir aufgefallen, dass es so gut wie keine Bücher gibt, die sich mit dem Islam befassen und dabei diesen nicht verteufeln. Fast alle Bücher, die ich bisher gesehen hatte zum Thema Islam sind Islamkritisch. Und das ist mir zu einseitig, gerade jetzt wenn wir nach Palästina schauen.

Inhalt: Melina Borcak geht auf anti-muslimischen Rassismus ein und besonders auf die Bedeutung der Sprache dabei. Sie nimmt einen mit in die Geschichte und die Gegenwart sowohl von sich selbst als auch generell von Muslimen. Sie erklärt Zusammenhänge und Entwicklungen von rassistischen Ausdrücken bis zum Genozid.

Das alles in einer verständlichen Sprache. Dabei wiederholt sie sich zwar oft, aber ich empfand das als richtig an den Stellen an denen sie es gemacht hat. Denn die Wiederholungen dienten nur dazu um aufzuzeigen, dass gewisse Dinge Struktur haben und nicht nur einzeln passieren.

Ich habe so viel gelernt aus diesem Buch. Eines der Highlights 2024 und eine absolute Empfehlung an Alle. Also ja, alle. Wobei ich fürchte, dass genau die Leute die es bräuchten das Buch nicht lesen werden.

Buch 05 – Yellowface (Rebecca F. Kuang)

Ich starte die Beschreibung für „Yellowface“ ungefähr so, wie ich es auch auf Instagram gemacht habe., es ist schwer zu beschreiben irgendwie. Es ist ungemütlich, dabei auch spannend. Es ist etwas merkwürdig, ein Buch zu lesen in der die Protagonistin so unbegreiflich unsympathisch ist. Kein Villian, einfach so ein Mensch über die ich sagen würde „Was eine hohle Nuss“.

Story: June Haywards jahrelange Freundin / Konkurentin Athena Liu bei einem tragischen Unfall stirbt, während die beiden eigentlich Athenas Erfolg feiern wollen. Aus einem Impuls nimmt sie das Manuskript von Athenas nächsten Meisterwerk mit und veröffentlicht es unter dem Namen „Juniper Song“. Andere würden es stehlen bezeichnen, aber June ist da anderer Meinung. Dennoch muss sie ihr Geheimnis bewahren, um jeden Preis.

Wie bereits erwähnt, mir ist June nicht sympathisch. Das soll sie (hoffentlich) auch nicht sein. Es gab einige Stellen an denen ich zumindest versucht habe empathisch mit ihr zu sein, aber genau dann hat sie wieder was richtig dummes gesagt oder getan. Es war so, so unangenehm. Aber halt auch spannend. Man wartet quasi auf ihren Untergang, was man auch als einen Spiegel der Gesellschaft verstehen kann.

Und ich finde es gut, dass so auch Lesende einmal einen Einblick in eine von uns zunehmend romantisierte Welt der Buchbranche erhalten, die doch so knallhart ist und mit viel Kalkül einher geht. Und am Ende zeigt die Geschichte zwei Dinge: 1. Ehrgeiz und Wahn liegen oft sehr nah beieinander und 2. nicht jede Person die schreiben kann, kann auch Autor*in werden.

P.s: Kudos an Rebecca F. Kuang, die sich quasi selbst tötet (oder sehe nur ich die Parallelen). Ich wurde zum Fan und plane schon die nächsten Bücher von ihr zu lesen.

Buch 06 & 07: Anatomy & Immortality (Dana Schwartz)

Die beiden Bücher bilden eine abgeschlossene Dilogie und ich habe sie hintereinander weg gelesen. Um Teil 1 „Anatomy“ bin ich schon vorher immer ein bisschen rumgeschlichen, habe es dann aber einfach gekauft und probiert. Und zumindest von diesem Teil wurde ich nicht enttäuscht. Von Teil 2 leider schon ein bisschen, dazu aber gleich mehr.

„Anatomy“ hab ich verschlungen. Es war genau das was ich in dem Moment gebraucht hatte. Spannend, leicht weg zu lesen, ein Setting das ich mochte und eine Protagonistin die mir sympathisch war. Vielleicht lag es daran, dass mich Hazel sehr an Bella aus der Serie „The Artful Dodger“ (DisneyPlus) erinnert hatte, die ebenfalls die erste Chirurgin der Welt werden wollte, die ich kurz davor gesehen hatte und sehr mochte. Und nach Edinburgh, in dem der erste Teil spielt, wollte ich eh schon immer mal. Der Twist am Ende war ein wenig vorhersehbar, aber dennoch gut umgesetzt.

Was mich an Teil zwei störte war, dass einige Handlungen aus dem ersten Band falsch wieder gegeben wurden. Das ist für mich halt nicht nur sehr schlechtes Writing, sondern da hat auch das Lektorat versagt. Das könnte ich bei einem Self-Publishing Book eventuell noch verzeihen (wobei eigentlich auch da nicht), aber nicht bei Verlagsbüchern. Während es in Band 1 eine süße Teenie Liebesgeschichte gibt, über die man sicher nachdenken kann, ob es das so gebraucht hätte, gibt es in Teil 2 dafür ein Liebesdreieck und Hazel muss sich zwischen zwei Männern entscheiden. Das fand ich wieder spannender, als in Teil 1. Aber, aber, dies ist einer der wenigen Fälle in denen ich mit der Entscheidung von der Protagonistin, bzw. der Autorin nicht übereinstimme.

Dana Schwartz hat übrigens, besonders für „Immortaltiy“ die Geschichte (also Historie) etwas umgeschrieben, Ereignisse in der Zeit verlegt und noch ein paar Dinge. Das kommt der Handlung zur Gute und Pluspunkt, dass sie offen damit umgeht und die wahren Ereignisse angibt.

Beide Bücher sind nicht besonders tiefgründig, haben aber meinen Geschmack getroffen und mich größtenteils gut unterhalten. Und am Ende kommt es ja darauf (auch) an bei Büchern.

Buch 08: Der Vertraute (Leigh Bardugo)

Ich liebe Leigh Bardugo einfach.“ „Das Lied der Krähen“ (Six of Crows) sind meine Lieblingsbücher und generell mag ich das Grishaverse, aber auch „Das neunte Haus“ hat mir gut gefallen. Ich musste also nicht lange, also eigentlich gar nicht, darüber nachdenken ob ich mir ihr neuestes Werk kaufen soll. Ich hab es mir geschnappt und bin fast ohne ein weiteres Buch (ich schrieb fast) aus dem Laden wieder raus.

Story: Luzia Cotado ist ein junges Mädchen in Madrid zur Zeit des Goldenen Zeitalters Spaniens (1550-1660). Ihre Arbeit erleichtert sie sich mit Ihrer Magie, von der nur ihre Tante weiß, dass sie sie besitzt, und davor warnt sie offen zu zeigen. Doch Luzias Gabe wird von Ihrer Herrin entdeckt und so muss sie fortan für deren Freunde kleine Vorführungen geben. Es dauert nicht lange, da werden immer mehr, immer mächtigere Leute auf Luzia aufmerksam und so wird sie eines Tages von Antonio Pérez, dem Sekretär des spanischen Königs rekrutiert um bei einem Turnier bei dem Menschen mit verschiedenen Gaben anzutreten, damit der König eine neue Geheimwaffe im Krieg erhält. Luzias Ehrgeize ist geweckt, sie will mehr vom Leben. Warum soll sie als Küchenmagd schuften, wenn sie im Luxus leben kann? Des das bietet ihr Pérez an, aber der Weg ist gefährlich. Und dann wäre da noch der geheimnisvolle Diener von Pérez, bekannt als „Der Skorpion“, zudem sich Luzia eine nicht zu erklärende Anziehung spürt. Doch wem kann sie vertrauen, wer ist wirklich auf ihrer Seite?

Wie geschrieben, ich bin großer Leigh Bardugo Fan. Besonders mag ich es, wie sie zwischenmenschliche Beziehungen aufzeigt & wie vielschichtig ihre Charaktere sind. Das ist auch in „Der Vertraute“ nicht anders, dennoch würde ich es fast als ihr schwächstes Werk bezeichnen, aber auch nur fast, denn Shadow & Bones, die erste Reihe aus dem Grishaverse behinaltet als Erstlingswerk eben noch einige viele kleine Anfänger*innen-Fehler.

Ich finde es positiv, dass wir hier nicht nur eine weibliche Hauptfigur umringt von mächtigen Männern haben, sondern durchaus starke Frauenfiguren, die alle ihre eigenen Wege finden müssen. Sind diese alle sympathisch? Nein, aber ich finde das muss auch nicht immer sein.

Aber irgendwie wurde ich mit den Figuren und der Geschichte dennoch nicht warm. Der Funken sprang einfach nicht über. Vielleicht liegt es daran, dass Leigh Bardugo sich ihr in einem für sie eher unbekannten Terrain bewegt, da das Buch nicht nur einfach Fantasy ist, sondern eben historisches Fantasy. Ich kann es nicht ganz sagen. Trotzdem ist es ein gutes Buch, aber wäre das das Buch gewesen, dass ich als erstes von ihr gelesen hätte wäre ich wahrscheinlich nicht so ein Fan geworden. Und wer nichts mit großen Altersunterschieden anfangen kann (oder sie vlt auch wie ich mittlerweile eklig findet) sollte die Finger eher davon lassen.

Buch 09: Und alle so still (Mareike Fallwickl)

Mareike Fallwickl ist wohl aktuell DIE feministische Romanautorin Deutschlands. Schon „Die Wut die bleibt“ wurde mit positiven Kritiken überhäuft und bei „Und alle so still“ war es nicht viel anders. Also klar, dass ich als Feministin das Buch haben wollte.

Story: Was würde passieren, wenn Frauen ihre Arbeit nieder legen, nichts mehr tun, keiner Verpflichtung mehr nachgehen, egal ob kostenfreier Pflege Arbeit oder Lohnarbeit. Statt zu arbeiten legen sich die Frauen auf die Straße. Stiller Protest. Was passiert? Die Welt versinkt in Chaos und das unfassbar schnell. Mittendrin Elin, Nuri und Ruth, die alle irgendwie miteinander verbunden, aber doch komplett unterschiedlich sind. Elin, eine junge Influenzerin, die den Hass im Netz satt hat, Nuri, der sich mit allen möglichen Jobs über Wasser hält und verloren ist, weil er sich nirgendwo dazugehörig fühlt und Ruth, die ihr ganzes Leben für andere sorgt. Erst für ihren schwer kranken Sohn und dann als Pflegefachkraft, der es schwer fällt einfach alles hinter sich zu lassen.

Ich werde wahrscheinlich jetzt aus der Feministin Bubble geworfen (Scherz), aber ich empfinde das Buch überhyped (kein Scherz). Am Anfang konnte ich den Finger nicht genau drauf legen, warum eigentlich. Denn die Geschichte ist spannend, die Charaktere vielschichtig und interessant, die Gesellschaftskritik so deutlich zu spüren, sie schreit einen schon an. Erst dachte ich, dass es genau das wäre. Mit kam es zu übertrieben, zu schnell vor. Nach längerem Überlegen ist es das aber nicht. Selbst wenn das Chaos in Real vielleicht etwas später einsetzen würde, es würde passieren, wahrscheinlich wirklich so ähnlich. Und ein bisschen Übertreibung tut einer Story wie dieser ganz gut. Am Ende wurde mir bewusst, dass es hauptsächlich am Schreibstil liegt. Jeder zweite Satz von Fallwickl ist bedeutungsschwanger und wird auch genauso geschrieben. Ich empfinde das als gefälschte Tiefe, die das Buch gar nicht nötig hätte. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Wer damit kein Problem hat, dem kann ich das Buch wirklich ans Herz legen.

Buch 10: Brüssel sehen und sterben (Nico Semsrott)

Ja, der Titel ist angelehnt an den Film „Brügge sehen & sterben“ (guter Film, lohnt sich), aber es geht nicht darum, dass Nico Semsrott von einem Killer verfolgt wird. Wobei, vielleicht wäre ihm das in manchen Momenten ganz recht gewesen. Ich folge Nico Semsrott schon eine Zeitlangauf Instagram und bin Fan, besonders tatsächlich von seiner Arbeit als Politiker.

Inhalt: Im großen geht es um Semsrott Zeit als Volksvertreter im Europäischen Parlament und darüber wie ihn diese Zeit kaputt gemacht hat. Es geht auch darum, wie er dahin kam, seinen Werdegang, vom Hamburger Schüler zum deutschen Comedian bis hin zum Satire Politiker, dessen Satire darin besteht mehr für die Bürger*innen zu tun als ernste Politiker*innen.

Wer seinen Glauben in die Politik behalten will sollte dieses Buch vielleicht nicht lesen. Es war verstörend, witzig, deprimierend und leider auch nicht überraschend. Ich mochte den Schreibstil. Auch wenn Semsrott das Buch größten Teils gar nicht selbst geschrieben hat, kommt doch seine Art sehr deutlich durch. Es ist aber halt ernüchternd, zu lesen was alles so falsch an der (europäischen) Politik läuft. Am Ende merkt man, die die gute Politik machen (könnten) gehen daran kaputt.

Buch 11: Sorry, aber…: Eine Verzichtserklärung an das ständige Entschuldigen (Tara-Louise Wittwer)

Die ein oder anderen werden das schon mitbekommen haben. Ich bin Tara-Fan (siehe auch mein Feminismus für Einsteiger*innen Beitrag). Also hab ich auch hier wieder einfach zugegriffen ohne viel nachzudenken. Ok, ich musste auch Zeit totschlagen am Bahnhof, weil mein Zug einfach 100 Minuten Verspätung hatte. Ich hätte es aber so oder so gekauft, halt nur etwas später.

Inhalt: Wie der Titel schon sagt, es geht ums Entschuldigen. Aber nicht einfach nur darum. Es geht um diese Eigenschaft sich für Dinge zu entschuldigen, für die man sich nicht entschuldigen bräuchte. Dafür, wenn man an einer Person vorbei geht, die im Weg steht, dafür, dass man etwas zu sagen hat, dafür, dass man anderer Meinung ist. Es werden viele Fragen aufgegriffen, wann brauchen wir uns entschuldigen, wann nicht, müssen alle Entschuldigen angenommen werden, welchen Stellenwert haben Entschuldigungen in unserer Gesellschaft und gibt es einen Unterschied zwischen Männer & Frauen wenn es um das schnelle „Sorry“ geht.

Ich bin ehrlich – ich habe das Buch fast vergessen. Nicht, dass ich es gelesen habe, aber was genau. Ich weiß grob die Themen, ich weiß, dass ein Zitat aus Jack Horseman analysiert wird (Ja, der „I don’t forgive you“, der ein bekannter TikTok Sound ist). Aber konkreter wird es in meinem Kopf nicht. Liegt vielleicht daran, dass ich auf der Zugfahrt bei der ich das Buch gelesen hatte sehr viel abgelenkt war, mit Hitze und Regen der in den Zug hineinströmte (nie wieder Flixtrain, ich sag’s euch). Ich weiß, dass ich oft zustimmend genickt habe und das Buch dennoch empfehle. Und ich auch weiterhin Tara Fan bin. Es war aber am Ende dennoch nicht so weltbewegend. Dafür kann man es aber gut auf einer Zugfahrt von Düsseldorf nach Berlin durchlesen.

Buch 12: The Atlas Complex (Olivia Blake)

The Atlas Complex ist der dritte Teil der Atlas Trilogie und im Dark Academia Bereich angesiedelt. Den ersten Teil hatte ich letztes Jahr in einem Rutsch weggelesen und den zweiten direkt im Anschluss gekauft (seht ihr, wie ich das zweite Buch erst gekauft hatte, nachdem ich das erste gut fand, very demure, very mindful) (wie schnell dieser Witz wohl cringe wird?). Und obwohl Teil 2 schon wesentlich schwächer als Teil 1 war wollte ich unbedingt weiterlesen und sehen wie die Geschichte um die sechs Auserwählten von Atlas Blakely Libby, Nico, Parisa, Callum, Tristan und Reina ausgeht.

Story: In der Atlas Trilogie geht es um Macht, Magie und Physik. Einmal alle 10 Jahre werden sechs der begabtesten Magier*innen eingeladen sich der Alexandrinischen Gesellschaft anzuschließen. Sie erhalten, nach 2 Jahren Lehren und einer am Anfang unbekannten Bedingung Zugang zu der sagenumwobenen Alexandrinischen Bibliothek und damit zu dem gesamten Wissen der Welt. Doch Atals Blakely ist nicht einfach nur der Kurator, er verfolgt andere Pläne und will „seine“ sechs dafür benutzen diese zu verwirklichen.
Ab hier ein paar kleine Spoiler:
Im letzten Teil hat sich die Gruppe zerschlagen. Das Opfer, das für die Mitgliedschaft der Gesellschaft verlangt wird, haben sie nicht erbracht. Und so sind sie auf der Flucht. Vor dem Forum, vor einer unbekannten Person namens der Buchhalter und vor allem vor ihrem Schicksal. Und sie alle müssen sich entscheiden, ob sie das Experiment von Atlas wagen sollen oder nicht.

Was ich an der Reihe gut finde ist, dass die Charaktere alle Erwachsen sind, niemand ist unter 20 Jahre alt. Das ist in der Fantasy Welt schon eher selten. Alle sind vielschichtig, interessant, menschlich. In der Trilogie geht es um Macht und Wissen und die Frage, ab wann ist es zu viel. Es wird bei allen Figuren ein guter Bogen gesponnen, wie es Menschen verändert, sobald man ihnen fast unendliche Macht gibt, sie aber gleichzeitig in die Ecke drängt. Auch die verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen sind komplex und gut ausgearbeitet. Und wie gesagt, ich mochte die beiden ersten Teile, auch wenn ich aus Teil 2 ein bisschen was vergessen hab (ich bin sehr für eine „Was bisher geschah“ Zusammenfassung bei Buchreihen).
Aber Teil 3 war sehr, wirklich sehr anstrengend zu lesen. Nicht, dass die Story nicht interessant war, aber sie hat sich einfach so verloren in den ganzen Gedanken und Theorien. Es ist das dickste Buch der drei und doch passiert gefühlt weniger als in den anderen beiden. Und irgendwie ging dadurch einiges an Verständnis unter. Welchen Sinn einige Figuren nun hatten (der Prinz z.B.) muss mir nochmal jemand erklären. Vielleicht bin ich auch nur zu dumm dafür, keine Ahnung. Ich hab jedenfalls Ewig gebraucht das Buch zu Ende zu lesen.

Buch 13: Ein bisschen Leben (Hanya Yanagihara)

Um „Ein bisschen Leben“ bin ich, nachdem ich es schon einige Male auf Booktok gesehen hatte, immer ein wenig rumgeschlichen. Bis ich mit einer Freundin in der Buchhandlung war und sie mir das Buch mit den Worten „Das Ende ist schlimm“ empfohlen hat. Nun gut, ein bisschen Drama geht noch, dachte ich mir, nichts ahnend worauf ich mich da eingelassen hatte.

Story: Das Buch begleitet das Leben der vier Freunde Willem, Malcom, JB und Jude, die sich am College kennen lernen. Sie gehen ihre Wege als Schauspieler, Architekt, Künstler und Anwalt. Besonders Jude, ein liebevoller, aber schwer gebrochener Mensch steht dabei im Mittelpunkt. Jedes Leben hat seine Höhen und Tiefen, aber was wird aus einem Menschen dessen erste Lebensjahre nur aus Tiefen besteht?

Zum einen – meine Freundin hat gelogen (eigentlich nicht, sie hat nur was weggelassen). Das Buch ist nicht nur am Ende traurig. Es zieht sich die ganze Zeit durch. Zum anderen, ich habe auch ein bisschen gelogen. Denn das Buch beinhaltet gar nicht wirklich die Geschichte von vier Menschen. Leider geraten zwei der vier Freunde recht schnell in den Hintergrund. Ich kann es einerseits verstehen, finde es aber auch schade, denn das Buch wird mit dem beworben, was ich auch geschrieben habe, mit der lebenslangen Freundschaft von vier Männern. Aber recht schnell liegt der Fokus fast nur noch bei Jude, danach auf Willem, dann auf JB und nur noch wenig auf Malcom. Wäre es anders beworben worden hätte es mich nicht gestört.

Irgendwie ist das Buch zu Recht gehypt. Es ist tragisch und spannend und es zeigt sehr gut, dass ein Mensch, der von klein auf schlecht behandelt wird in eine Abwärtsspirale gerät und dort, egal wie viel Liebe er erfährt, fast nicht wieder raus kommt. Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Nach Hanya Yanagihara zu urteilen sehr viel, aber mit jeder Menge Narben und Trauma.

Ist das Ende denn jetzt so schlimm gewesen? Ehrlicherweise, nachdem was alles vorher passiert ist, hat es mich nicht überrascht und nicht mehr so runtergezogen. Es hätte gar nicht anders enden können.
Ich habe mich aber zwischendurch gefragt, musste das alles sein? Jemand auf TikTok hat das Buch als Trauma-Porno beschrieben und obwohl ich das Buch mochte muss ich dem leider irgendwie zustimmen.
Dazu finde ich hätte dem Buch durchaus eine Frauenstimme gut getan. Die Kapitel sind immer aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, aber nicht eingeschränkt auf einen der vier Freunde. Da wäre es doch sicher möglich gewesen mindestens ein Kapitel aus der Sicht der eh wenigen Frauen zu schreiben.

„Ein bisschen Leben“ ist keine leichte Kost, das sollte mittlerweile allen klar sein. Man sollte es nur lesen, wenn man mental auch in einer guten Verfassung ist. Ich selbst musste das Buch mehrere Wochen beiseite legen, weil privat zu viel Mist passiert ist. Man sollte es auch eventuell nicht in der Öffentlichkeit lesen, außer man hat wirklich gar keine Empathie. Und für alle die immer erst beim nächsten Kapitel aufhören zu lesen, macht es hier nicht. Die Kapitel sind wahnsinnig lang, was es für mich echt anstrengend gemacht es zu lesen.

Dennoch, wenn man die Stärke dafür hat, dann kann ich das Buch definitiv empfehlen.

Buch 14: Spicy Noodles – Der Geschmack des Feuers (Marie Graßhoff)

Der zweite Teil der Food-Universum Reihe. Ich hab ja gesagt, ich werde weiter lesen. Die Geschichte um Tycho war mit dem ersten Teil zu Ende erzählt, im zweiten geht es um einen neuen Charakter, einen neuen Erben.

Story: Toma hat Probleme. Aber so richtig. Nicht nur, dass er von allen New Yorker Universitäten abgelehnt wurde und deswegen von seinem Vater vor die Tür gesetzt wird. Er beobachtet auch noch einen Serien-Mord und lebt seit dieser Nacht in Angst, dass der Mörder „Overkill“, der New York nachts in Angst und Schrecken versetzt, ihn finden und beiseite schaffen wird. Toma versucht diese Nacht so gut es geht zu verdrängen und zieht erstmal zu seinem Opa, der ein japanisches Ramen Restaurant betreibt. Toma will dort erstmal aushelfen, bis er weiß, was er machen will. Nur ist sein Opa kein einfacher, alter Mann. Schon seit seiner Kindheit redet der Großvater davon, dass Tomas Familie von einem Feuergott abstammen würde. Aber er behandelt Toma gut und so ignoriert Toma die Schrulligkeiten seines Opas bis auf weiteres, versucht das Rezept für die Ramen zu lernen und konzentriert sich nebenbei auch lieber auf die schöne Stammgästin des Restaurants Akari.
Dabei ahnt Toma allerdings nicht wie viel Wahrheit hinter den Geschichten seines Opas stecken und in welcher Gefahr Toma wirklich schwebt.

Endlich mal wieder ein Buch, dass ich so durch lesen konnte. Leichte Kost (haha 😀 ), gut geschrieben, spannend, aber nicht überfordernd. Ich konnte Toma gut nachempfinden, denn seien wir mal ehrlich, wer weiß mit Anfang 20 schon was man will? Ich weiß das ja nicht mal mit Mitte 30 komplett.
War der Twist ein wenig vorhersehbar? Ja, irgendwie schon. Aber egal. Das Buch hat mich gut unterhalten.
Das einzige was ich kritisieren würde ist, dass sich das Klischee der strengen asiatischen Eltern, die nur auf Noten schauen, irgendwie abgenudelt (oh Mann, noch so ein schlechter Wortwitz) hat, bis zu dem Punkt, dass ich mir nicht sicher bin, ob es ein Klischee oder ein rassistisches Vorurteil ist (ich bin weiß, daher keine Ahnung).

Auch hier klare Empfehlung, man sollte Hard Liquor aber vorher gelesen haben.

Buch 15: A Good Girls Guide to Murder (Holly Jackson)

Ja, noch so ein BookTok Buch. Auch das hatte ich bevor ich es gekauft hatte, ein paar mal in der Hand. Auch weil nicht alle BookTok Bücher automatisch gut sind (*hust* Lied des Achilles *hust*). Aber ich mochte die ersten Seiten und bald sollte auch die Serie rauskommen. Ich hab es also kurz vorher geholt, dachte aber, dass ich es nicht rechtzeitig (eine Woche) bis zum Serienstart in Deutschland schaffen würde. Ich greife mal vorweg – ich hab’s geschafft.

Story: Pippa ist wohl das was andere als „ein wenig“ merkwürdig beschreiben würden. Wenn sie nervös wird, dann erzählt sie skurrile Fakten, auch wenn niemand gefragt hat, sie macht gerne Hausaufgaben, sie trägt fast nur Latzhosen und als Schulprojekt will sie Fall von Andie Bell neu aufrollen, die 5 Jahre zuvor verschwunden war und vermutlich von ihrem Freund Sal Singh umgebracht wurde. Denn sie glaubt nicht, dass es Sal war, als wohl Einzige in der britischen Kleinstadt. Und so versucht sie den Fall zu lösen und Sals Unschuld zu beweisen.

Ich glaube ich bin aktuell in einem Leserausch. Ich habe auch das Buch in ca. einer Woche durch gelesen. Es ist ein Teeny – Krimibuch, also klar, ist es nicht super anspruchsvoll geschrieben. Aber schön flüssig und nicht einmal langweilig. Es bleibt spannend und das bis zum Ende. Denn das hat mich dann doch überrascht.
Ich mochte die Beziehungen zwischen Pippa und den anderen Charakteren und vor allem mochte ich Pippa. Sie ist intelligent, empathisch & gerissen. Nur dieser Punkt, dass sie als Streberin natürlich kein Make-Up trägt und ihr Lieblingskleidungsstück die Latzhose ist, fand ich überholt. Aber das ist so ein kleiner Teil ihrer Persönlichkeit, dass ich es verzeihen kann. Und immerhin hat sie dennoch viele Freunde und ein reges Sozialleben.

Die Serie habe ich übrigens angefangen, aber bin nicht sicher ob ich sie zu Ende schauen werde. Zu viele Änderungen, gerade was Pippas Fähigkeiten betrifft.

Das Buch war es aber definitiv wert.

Buch 16: I’m glad my Mom died (Jennete McCurdy)

Dies ist eines der Bücher, die schon seit langen auf meiner Wish-Liste standen. Natürlich kannte ich Jennette McCurdys Gesicht, auch wenn ich damals schon zu alt für die Nickelodean Serien war. Und ich hatte einige Ausschnitte gesehen, in denen McCurdy aus ihrer Biografie vorliest. Da ich selbst jetzt nicht das beste Verhältnis zu meiner Mutter oder meiner Familie generell habe, hat es mich einfach direkt interessiert.

Inhalt: Jennette McCurdy ist ein weltbekannter Kinderstar, in den Serien „iCarly“ und „Sam & Cat“ spielte sie die taffe Sam Puckett, seit sie 8 Jahre alt ist, ist sie Schauspielerin. In ihrer Biografie schreibt sie über Ihren Werdegang, den Druck der auf ihr lastete, über Sucht, ihre Essstörungen aber vor allem über ihre toxische Beziehung zu ihrer Mutter. Denn eines wird schnell deutlich, der Traum Schauspielerin zu werden war der ihrer Mutter, ein Traum, der für Jennette ein Albtraum war.

Jennette McCurdys Leben hat mich mitgerissen und berührt. Ich habe auch dieses Buch innerhalb von ca. einer Woche gelesen. Es ist heftig, besonders weil es wahr ist und keine Fiktion. Ich habe so viel Mitgefühl für sie und Abschaum für viele Menschen um sie herum empfunden. Sie war gefangen in einem Strudel aus Selbsthass & -aufgabe. Man durchläuft mit ihr den sehr schwierigen Prozess aus einer toxischen Beziehung, die Zweifel, die widersprüchlichen Gefühle. Es ist real, es ist menschlich. Und danach kann man nur hoffen, dass die nächste Generation an Kinderstars (es wird immer welche geben, leider) geschützt werden.

Buch 17 – Babel (R.F. Kuang)

Wieder so ein TikTok Buch, wieder eines um das ich ewig rumgeschlichen bin. Erst wollte ich auf die Taschenbuch-Ausgabe warten, aber da ich dieses Jahr einiges an Thalia Gutscheinen zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, dachte ich mir „Ach, was soll der Geiz?“. Hat sich gelohnt, so viel kann ich schon mal sagen.

Story: Im Jahr 1828 holt ein englischer Professor einen chinesischen Jungen aus dem Haus, in dem die ganze Familie des Jungen gestorben ist, raus und nimmt ihn mit nach England. Dort erhält der Junge einen neuen Namen, Robin Swift und eine intensive Ausbildung in mehreren Sprachen, mit dem Ziel, dass er später in Oxford studieren kann, als einer der wenigen Babel – dem Königlichen Institut für Übersetzung der Universität Oxford – Studenten. Für Robin ein Traum. Er liebt Sprachen und Geschichte und findet in seinen 3 Mit-Studierenden Freunde, ja schon fast eine neue Familie. Babel ist das Zentrum des Wissens und der Macht des britischen Empires, denn Babel ist alleine verantwortlich für das Silber, das mit den richtigen Worten Magie wirkt. Alles baut darauf auf, denn Silber bedeutet Macht. Doch so sehr Robin Oxford liebt, seine Freunde liebt, ist das wirklich sein Platz? Wo gehört er hin? Und nicht nur Robin muss sich fragen, ob das ganze System richtig ist. Besonders nachdem er mit dem Hermes-Bund in Kontakt tritt.

Ich bin so froh, dieses Buch endlich gelesen zu haben. Kuang hat sich danach für mich zu einer von den Autor*innen entwickelt, bei denen ich zukünftig automatisch die neuen Bücher lesen will. (Und auch alte, Poppy Wars steht schon auf meiner gedanklichen Wunschliste). Wie hier Themen wie Kolonialismus, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit aufgearbeitet werden, ohne das es überfordert ist genial. Sehr klare Leseempfehlung. Und obwohl ich das sonst nicht mache, empfehle ich es auch gerne Menschen, die mit Fantasy nichts anfangen können. Der Fantasy Anteil ist an sich gering und dient m.M. lediglich dazu um die Komplexität des Themas besser zu veranschaulichen. Und das Ende ist Herzzerreißend.

Buch 18 : Good Girl, Bad Blood (Holly Jackson)

Der zweite Teil der „A good girls guide to murder“ Reihe. Ich mochte den ersten Teil ja sehr gerne und wollte wissen ob die anderen Teile da mithalten können. Können sie, allerdings ist Teil 1 immer noch am besten. Ich habe Teil 2 & 3 hintereinander weg gelesen, einfach weil ich auch wissen wollte wie es weiter geht. Da die beiden Fälle aber, wie auch bei Band 1, eigene sind, liste ich sie hier getrennt auf. (Spoiler für Band 1)

Story: Pippa hat es geschafft. Nicht nur, dass sie Sal’s Unschuld beweisen konnte, sie hat auch noch gleichzeitig drei weitere Verbrechen aufgedeckt, ihr dazugehöriger Podcast ist ein landesweiter Erfolg und ihre Beziehung zu Ravi läuft auch gut. Alles soweit gut. Und sie hat sich selbst, als auch ihrer Familie geschworen damit aufzuhören. Ein Fall, das wars. Denn ihre Obsession war nicht gesund und es hätte sie fast zerstört. Doch dann verschwindet der Bruder von einem ihrer engsten Freunde. Eigentlich will sie sich raushalten, aber sie will auch ihren Freund helfen. Und da die Polizei nicht selbst tätig wird (werden kann), muss sie ihr Versprechen leider wieder brechen. Doch wieder stößt sie auf Geheimnisse und eine unbekannte Person will sie davon abhalten weiter zu machen.

Teil 2 ist wieder wirklich gut. Ich fands spannend und genau wie Teil 1 konnte man es gut weg lesen. Einziges Manko – man kommt, finde ich, sehr schnell selbst auf den Täter. Nur das Motiv und alles drum herum, das blieb bis zur Auflösung eine Überraschung.

Buch 19: As good as dead (Holly Jackson)

Wie gesagt hab ich Teil 3 direkt nach Teil 2 gelesen. Ich wollte wissen wie Pippa ihren dritten Fall löst. Und oh, Boy, wurde ich überrascht. Aber erstmal in Ruhe.

Story: Pip hat Probleme. Und zwar gewaltige. Seit den letzten Ereignissen kann sie nicht mehr schlafen. Sie hat Albträume und Wahnvorstellungen. Dazu muss sie eine Verleumdungsanzeige überstehen und irgendwie Familie, ihre Freunde, Ravi und Schule auf die Reihe bekommen. Und alle davon überzeugen, dass es ihr gut geht. Und als ob das alles nicht genug ist bekommt sie auch noch Drohnachrichten und ein Stalker ist hinter ihr her. Die geheimnisvollen Botschaften weisen allerdings auf einen Serienmörder hin, der seit 6 Jahren im Gefängnis sitzt. Und irgendwie gibt es dabei auch noch Verbindungen zu Pips ersten Fall, zu Andie Bell. Pippas Plan ist, diesen Fall noch lösen. Damit sie ein Ende findet, einen Abschluss zu dem womit alles angefangen hat und hoffentlich wieder schlafen kann.

Das Buch nimmt mittendrin eine Wendung, die man zwar erahnen kann, aber dennoch irgendwie unerwartet kam. Und es wird düsterer. Ich mag besonders in diesem Band, dass man merkt, dass Pippa keine abgebrühte Detektivin ist, sondern ein Teenager. Eine die überfordert ist, eine die zu viel gesehen hat. Ich finde andere Jugend-Krimis lassen ihre Protagonisten mit zu wenig Schrammen davon kommen. Hier nicht und das ist gut so, denn es ist menschlich. Ein gutes Ende für eine gute Trilogie.
Und btw – Pippa und Ravi – Relationship Goals! Aber sowas von.

Buch 20 & 21 – Divine Rivals & Ruthless Vows (Rebecca Ross)

Ich gebe es zu, ich bin manchmal sehr leicht zu beeinflussen. Bei den beiden Büchern fand ich die Gestaltung einfach schön. Irgendwie Booktook Bücher, aber ich bin bei einem meiner Self-Dates (bei denen ich einfach nur sehr viel Zeit in Buchläden verbringe) drauf gestoßen. Vor allem sind beide Protagonisten Journalisten und mit Geschichten über Leute die schreiben bekommt man mich fast immer.

Story Divine Rivals: In dem Land Cambria herrscht Krieg, kein gewöhnlicher Krieg, sondern ein Krieg zwischen einem Gott der Unterwelt und einer Göttin der Oberwelt. Und das obwohl es hieß die Götter würden für immer schlafen. Iris muss ihren Bruder, Forest, verabschieden, der sich freiwillig in den Dienst der Göttin begibt. Kurze Zeit später wird Forest vermisst und ihre Mutter den Kummer in Alkohol. Iris muss die Schule abbrechen um Geld zu verdienen. Sie tritt einen Job in einer Zeitung an und hofft auf eine Beförderung. Auf die Stelle ist allerdings auch Roman Kitt scharf, der aus einer reichen, einflussreichen Familie kommt, schon länger bei der Zeitung ist. Iris steht unter Druck und Roman macht ihr das Leben nicht leicht. Ihr einziger Trost sind die Briefe, die sie durch den Kleiderschrank an einen Unbekannten schickt. Erst denkt sie es ist Forest, doch der bleibt weiterhin verschwunden. Irgendwann wird Iris alles zu viel und sie lässt sich als Presse Vertreterin an die Front schicken. Immer mit dabei, ihre Schreibmaschine, mit der sie weiterhin den Kontakt zu dem Unbekannten hält.

Story Ruthless Vows (enthält Spoiler zu Teil 1): Nach den tragischen Ereignissen ist Iris mit Forest zurück zu Hause. Doch sie verzweifelt bei dem Gedanken, dass sie nicht weiß was mit Roman passiert ist. Durch die magischen Schreibmaschinen gelingt es Iris Kontakt mit Roman aufzustellen, der von dem Gott Dacre ein neues Leben erhalten hat. Doch zu welchem Preis? Er hat seine Erinnerung verloren, weiß nicht wer ihm da schreibt. Aber er spürt eine tiefe Verbundenheit, auch wenn er sie nicht erklären kann. Finden die beiden in dem Kriegstreiben wieder zu einander?

Beide Bücher sind nicht besonders tiefgründig. Was ok ist, da die Liebesgeschichte im Vordergrund steht. Ich finde es nur sehr schade, denn das Setting rund um den Krieg hat unfassbar Potenzial da wirklich noch mehr draus zu machen, indem man den Krieg z.B. nicht einfach s/w darstellt. Böser Unter-Gott hier, gute Ober-Göttin da. Das tut Ross aber nicht. Alles ist sehr klar, wer hier gut und wer böse ist. Keine Überraschungen und das ist schade. Das erste Buch hat mich aber immerhin ein bisschen giggeln lassen und meinem Herz kleine Freudenhüpfer verpasst. Auch wenn ich sagen muss, dass der Trope „Enemies to Lovers“ nicht wirklich stark vorhanden ist, aber nun gut, was solls. Ich hab mich zumindest unterhalten gefühlt, weiß aber nicht ob ich die Bücher wirklich weiter empfehlen würde. Vielleicht wenn man einfach etwas leichtes mit viel Liebe drin braucht.

Buch 22: Born a Crime (Trevor Noah)

Das einzige Buch, dass ich auf Englisch gelesen habe, aber auch einfach nur weil es nicht auf Deutsch erschienen ist. Ich bin schon länger Fan von Trevor Noah, den einige vlt aus seiner Zeit bei The Daily Show kennen. Daher ist mir sein Buch in die Augen gesprungen und nach längerem Zögern, ob ich ein englisches Buch lesen mag, hab ich es dann doch einfach gemacht.

Inhalt: In dem Buch geht es Trevor Noahs Kindheit und Jugend in Südafrika und darum, wie es für ihn war, als Verbrechen auf die Welt gekommen zu sein. Denn zu seiner Geburt 1984 herrschte in Südafrika noch Apartheit (Jup, das ist noch nicht so lange her) war es verboten dass Weiße (sein Vater) und Schwarze (seine Mutter) Beziehungen haben. Hauptsächlich ist das Buch aber eine Liebeserklärung an seine Mutter. Eine starke Frau mit großem Glauben und Willen, die alles durchsteht (Spoiler!!) – auch einen Schuss in den Kopf.

Ich liebe dieses Buch und mit jeder Seite habe ich mich ein bisschen mehr in Trevor Noah verliebt. Seine Lebensgeschichte ist so einzigartig, dass man mehr wissen will. Mein wirklich einziger Kritikpunt ist, dass man nicht erfährt wie er es geschafft hat dahin zu kommen wo er jetzt ist. Es wird angerissen, trägt aber wenn nur dazu bei zu verstehen wo er gerade steht. Und eigentlich ist es richtig so, denn dadurch verliert das Buch nicht den Fokus.
Ich konnte durch das Buch meinen Horizont wieder ein Stück erweitern, was immer gut tut. Und das Englisch? Gar kein Problem. Ich hatte oft das Gefühl ich würde Noahs Stimme hören beim Lesen. So nah dran ist sein Schreibstil an dem was und wie er etwas sagt. Große Empfehlung, besonders an Fans von Trevor Noah, aber auch an die, die einfach mal einen Blick über den Tellerrand der westlichen Welt werfen wollen.

Buch 23: Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen (Till Reiners)

Es hat ein Jahr und drei Versuche gebraucht bis ich dieses Buch hatte. 😀 Es war eigentlich ein Geschenk zu meinem 35. Geburtstag, bekommen habe ich es zu meinem 36, nachdem der Freund der es mir geschenkt hat das Buch drei mal gekauft und zwei mal verlegt hatte. Und ehrlich – könnte mir genauso passieren. Es stand übrigens nicht auf meiner Wunschliste. Ich bin dennoch froh, dass es seinen Weg zu mir gefunden hat.

Inhalt: Es ist 2016 und Deutschland versinkt in Angst. So oder so ähnlich wirkt es damals zumindest. Die besorgten Bürger sind mit Pegida und der AfD auf dem Vormarsch (Betonung auf Marsch). Till Reiners kann es nicht verstehen und fragt sich „Wieso haben so viele Menschen Angst vor Überfremdung? Und wieso habe ich keine?“ Um die Frage zu beantworten begibt er sich dahin wo nie zuvor ein Linker war – auf eine Pegida Demo. Aber auch auf einen Landtag der AfD und auf eine spannende Reise quer durch Deutschland und redet mit vielen unterschiedlichen Menschen über das Thema Angst, Xenophobie, rechten Populismus und Rassismus.

Vor weg – das Buch selbst ist fast 10 Jahre alt. Am Anfang dachte ich noch „Süß, damals galt Pegida wirklich als Problem“. Heute ist Pegida zwar kein Thema mehr, aber die AfD wird immer stärker, Politik in Deutschland (es ist kurz nach dem Ampel aus) ein Meme geworden. Dazwischen sind so viele Dinge passiert, dass man (ich) irgendwie schmunzeln muss, über dieses, im Vergleich zu heute, Mini Problem der Flüchtlingskrise. Seit dem sind noch mehr Menschen geflohen, z.B. aus der Ukraine. Es hat sich viel getan in der Welt. So ein Rückblick, aus der Sicht als wäre 2016 gerade jetzt erst gewesen, ist spannend. Was hat sich geändert? Was hat sich als Wahr rausgestellt?
Ich schweife ab. Ich finde den Ansatz von Reiners eigentlich richtig. Vielleicht sollten man Menschen, die einfach wirklich Angst haben, einfach mal zuhören. Schauen was genau das Problem ist. Aber, und das merkt auch Reiners, das hilft halt nicht, wenn das Ziel nicht ist, die Ängste wirklich zu nehmen. Und es wird auch deutlich, nicht alle haben Angst, viele hassen einfach. Das ist jetzt sehr vereinfacht ausgedrückt, Dahinter steht natürlich sehr viel mehr. Und genau das behandelt dieses Buch. Durchaus spannend und ein guter Eindruck in die Vielschichtigkeit des Themas. Lösungen gegen den Rechtsruck gibt es nicht, aber das ist in Ordnung. Denn ehrlich? Wer hat die denn schon?

Buch 24: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue (V. E. Schwab)

Das ist wieder so ein BookTook Buch (ja,ja, ich weiß, ich scheiß Mainstream Tante). Es tauchte immer wieder auf meiner For You Page auf. Ich fand die Story interessant und dazu wollte ich schon lange etwas von Schwab lesen. Warum also nicht das? Mit diesem Buch hab ich btw mein Leseziel für 2024 geschafft. ☺️

Story: Addie LaRue lebt Anfang des 16. Jahrhunderts in einem kleinen französischen Dorf. Sie ist klug und neugierig, aber auch ein wenig naiv. Denn alles führt dazu, dass Addie mehr vom Leben will als einen Mann zu heiraten und Kinder bekommen. Sie will wirklich leben und die Welt sehen. Und so geht sie, als sie von ihrer Hochzeit flieht, einem Pakt mit dem Teufel ein. Er schenkt ihr ewiges Leben, bis sie es nicht mehr will. Aber natürlich gibt es einen Haken. Der Teufel legt Freiheit anders aus und so vergessen die Menschen Addie sobald sie deren Sichtfeld verlässt. Addie arrangiert sich über die Jahrhunderte mit ihrem Schicksal. Sie führt ein einsames, aber nicht minder spannendes Leben.

Ich mochte das Buch an sich. Ich hab mich unterhalten gefühlt und es ist ein gutes Buch für ein paar Liebes-Wohlfühl-Momente. Aber ich fand es dennoch schade, dass es irgendwie darauf reduziert wurde. Leider bekommt man von Addie’s Leben nur Auszüge zu lesen, die aber doch viel spannender wären. Und vieles hat man in so Nebensätzen erfahren wie „das würde Addie erst Jahre später lernen“. Auch ihre sehr komplexe Beziehung zum Teufel hätte mehr Raum bekommen können. Gutes Buch für zwischendurch mit sehr viel vergeudeten Potenzial.

Buch 25 & 26 (Reread): Fourth Wing & Iron Flame (Rebecca Yarros)

Beide Bücher hatte ich bereits 2023 gelesen, da im Januar 2025 aber Teil 3 rauskommt habe ich beide Bücher nochmal angefangen (mit Iron Flame bin ich Stand jetzt aber noch nicht durch). Sie sind auch eher inoffiziell auf dieser Liste, aber hey, gelesen ist gelesen. Beides auch wieder so Hype Bücher, ich hab sie auch noch mit Farbschnitt. Aber who cares?

Story: Knapp erzählt: Es geht um Drachen und Sex. So. Da habt ihrs. Deswegen ist das Buch so gehyped. Naja, gut, so einfach ist es dann doch nicht. Violet Sorrengail ist die jüngste Tochter der Hauptgenralin und hat ihr Leben lang dafür gelernt im s.g. Schreiberquadranten von dem Land Navarre bei zu treten. Doch ihre Mutter entscheidet sich um und schickt sie in den Reiterquadranten um sich an einen Drachen zu binden, wenn sie die harte Ausbildung überlebt. Doch Violets Chancen stehen eher schlecht, da sie als zu klein, zu zerbrechlich gilt. Wird sie es schaffen? Spoiler!!! Ja, sie überlebt, ja sie bindet sich direkt an zwei Drachen, damit aber auch an den sowohl schönen, wie gefährlichen Xaden, der vlt, vlt auch nicht auf Rache aus ist. Während sie Xaden immer näher kommt, kommt sie auch einer Wahrheit auf die Spur, die ihre ganze Welt auf den Kopf stellt und nicht nur sie in Gefahr bringt. Denn hinter den Grenzen von Navarre sind es nicht die Greifen, die die größte Gefahr darstellen. Und so muss Violet sich fragen wem sie vertrauen kann und wem nicht.

Es ist keine große Literatur, die Bücher strotzen nur so vor Klischees und manche Sachen sind auch einfach unlogisch. Ich kann es nicht anders sagen. Aber die Bücher machen Spaß, sie unterhalten mich und es gibt genug tolle Charaktere. Ja, die könnten manchmal vielschichtiger sein, aber ich finde hier stört es irgendwie nicht. Ich freu mich jedenfalls auf Band 3

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