Mary – einfach ein Name, aber für mich so viel mehr. Sie begleitet mich seit meiner Jugend, immer mal wieder, immer mal anders. Doch wer oder was ist Mary?


Noch in der Realschule, ich war das merkwürdige Mädchen, dass immer las, wollte ich ein eigenes Buch schreiben, eine eigene Geschichte erfinden, mit einer starken, weiblichen Figur. In meinem Kopf entstand eine Geschichte, rund um besagte Mary, die in einer Fantasy-Welt in dem Königreich rebellierte. Ich fing an zu schreiben, die ersten Entwürfe entstanden. Der erste Entwurf war, natürlich, nicht besonders gut. Wie meine Schwester damals sagte „Das ist eine Mary-Sue“ Lustigerweise heißt sie auch noch Mary. (wer nicht weiß was May Sue bedeutet, kann es hier nachlesen). Ich verwarf Mary darauf hin, aber nur um immer wieder anzufangen, ihr mehr Persönlichkeitsmerkmale zu geben, die anders als meine waren. Aber nicht nur sie änderte ich ständig ab, sondern noch sehr viel mehr, sei es die eigentliche Story (gegen wen und warum rebellierte Mary), seien es Characktere, die kamen und gingen, sei es das Setting oder auch die Branche (ist es Fantasy, Science-Fikton oder irgendwas dazwischen?). Aber, obwohl ich es nie schaffte die Geschichte zu Ende zu bringen, ständig die gleichen Kapitel neu schrieb und alles über den Haufen schmiss, Mary blieb Bestandteil meines Lebens.


Und genau wie ich, entwickelte sie sich, übernahm Ansichten von mir. Von wegen keine Mary-Sue…
Früher z.B. mochte Mary keine anderen Frauen, traute ihnen nicht und hng halt nur mit Männern rum, heute ist sie eine Verfechterin des Feminismus (auf ihre eigene Art).


Mary existiert noch immer und vor einiger Zeit hatte ich die Geschichte wieder neu aufgegriffen, habe frühere Ideen wieder übernommen, einiges wieder geändert und in meinem Kopf viel weiter gesponnen. Wieder überarbeitete ich alte Kapitel, aber ich hatte mir diesmal zumindest einen groben Plan gemacht, eine Grundstory zurecht gelegt (Danke an Kai Meyer in einer Lesung einmal erklärte wie er an eine neue Geschichte rangeht). Ich habe angefangen die Characktere weiter zu entwickeln, nicht nur Mary, die mit mir wächst, sondern auch die anderen, habe neue dazu gesponnen, einen habe ich in min. 3 aufgeteilt. In der ersten Version gab es nämlich nur einen „Bösewicht“ der irgendwie alles war. Das war zu viel und auch nicht sehr facettenreich.
Auch das Mary-Sue Syndrom kann ich nicht ablegen, mittlerweile spiele ich aber damit. Mary ist jetzt nicht mehr nur noch Mary, sondern Marianne Susan. Aber ich habe ihr Schwächen zugestanden, die ich selber habe und ablegen würde, es aber nicht schaffe.


Andere Ideen habe ich wieder überworfenn und andere muss ich noch ausarbeiten. Mir selber sind meine Figuren noch zu klischeehaft.
Ich habe mir vieles von richtigen Autoren angeschaut, ihren Stil, was mir gefällt versucht einzuarbeiten. Das hilft, um eine Struktur und mehr als nur eine grobe Idee zu haben.
Aber unstätig bin ich aber nach wie vor. Erst gestern kam mir der Gedanke, dass ich die Sexualität eines Charackters komplett ändern könnte. Es würde die Figur interessant machen, nicht so stereotypisch, aber es würde eine komplette Stoyline zerschlagen und im extremen Fall würde eine Figur, die genauso lange existiert wie Mary, wegfallen. Will ich das?
Aber ich habe zumindest einen Anfang, den ich nicht wieder über Bord werfe, ich bin mir über viele Handlungsstränge sehr sicher, dass sie so bleiben (ja, weil ich sie selber einfach zu gut finde).


Zwei Dinge sind aber definitiv sicher – ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Vielleicht schreibe ich noch im Altenheim daran weiter. Und Mary wird mich auch den Rest meines Lebens, egal ob ich es schaffe ihre Geschichte zu erzählen oder nicht, immer begleiten und sich mit mir entwickeln.

Bild von Enrique Meseguer auf Pixabay

Eigentlich wollte ich anlässlich des internationalen Frauentages, der ja am 8. März war, einen Beitrag über Feminismus, Gleichberechtigung, Sexismus und allem drum herum schreiben. Aber da das Thema sehr umfangreich ist, ich aktuell aber nicht so viel Zeit habe, habe ich das ganze verschoben. Dafür ist es mir einfach zu wichtig, um „mal eben“ was dazu zu schreiben.

Stattdessen dachte ich mir, schreibe ich über meine aktuelle Erfahrung in der Fastenzeit. Ich bin zwar so gar nicht christlich (ich bin aus dem Osten, wir hatten nix, nicht mal Religion), aber ich nutze die Zeit dennoch und verzichte auf (Industrie) Zucker und Alkohol. Beides stellt mich vor Herausforderungen, manche kleiner und manche größer als gedacht …während ich das schreibe fällt mir gerade auf, dass in der Nudelsauce Weißwein drin war…so viel dazu. Und weil ich ja immer etwas übertreiben muss mache ich auch noch 16:8 fasten, bei dem man 16 Stunden am Stück nichts isst, sondern nur Wasser & Tee trinkt (das mache ich aber schon etwas länger) und eigentlich wollte ich jeden Abend vorm schlafen ne Plank machen, immer 10 Sekunden länger halten (nein, das habe ich nicht durchgezogen, reden wir nicht drüber, ok?)

Aber von vorne. Was hat mich dazu bewogen, warum mache ich das und was ist mein Ziel? Zum einen hab ich genau das letztes Jahr schon gemacht, zwar aus anderen Gründen, die ich jetzt nicht näher erläutern werde (komplett andere Geschichte) und es tat mir damals ganz gut. Warum also nicht wiederholen? Dann kommt natürlich noch der Fitness Aspekt dazu. Nachdem ich vor ein paar Jahren meine Ernährung umgestellt hatte, ich da aber nicht mehr sooo konsequent bin hilft besonders der Verzicht auf Süßes mir dabei hier die Waage zu halten – ich meine einen Ausgleich, nicht das Gewicht…wobei… – und Alkohol ist ein mega Kalorienlieferant. Aber auf Alkohol verzichte ich auch, weil es in den letzten Wochen / Monaten doch etwas überhand genommen hat. Nicht nur am Wochenende beim feiern, sondern halt auch unter der Woche. Ab und an ein Feierabend schadet ja nicht, oder? Vielleicht aber doch, wenn es halt nicht mehr ab und an, sondern sehr regelmäßig wird.
Mein Ziel ist es also wieder etwas fitter zu werden und sowohl mit Zucker, als auch mit Alkohol wieder bewusster umzugehen. Und auch um mir selbst etwas zu beweisen (Das Ego muss ja irgendwie gestreichelt werden).

Also beschloss ich wieder eine Fastenzeit einzulegen. Eigentlich wollte ich sogar früher beginnen und es länger durchziehen. Einfach weil. …OK, wahrscheinlich um halt das Argument „das machst du jetzt nur weil die Kirche das sagt“ zu entkräften. Den früheren Start habe ich erfolgreich nicht durch gezogen. Konsequent bin ich eben nur, wenn ich will. Und die liebe Foxxy (besucht ihren Blog https://karlathefox.com/) hatte mir sehr schön erklärt, dass es ja vor Karneval irgendwie keinen Sinn macht (ja, ich gebe ihr die Schuld 😘). War aber nicht schlimm, der Abend in Dortmund mit ihr + weiteren lustigen Gestalten war zu gut um es zu bereuen. Ich habe also ganz konsequent den Start meiner Fastenzeit verschoben und doch erst nach Karneval angefangen. Aber seit dem zieh ich es auch durch, inkl feiern gehen.

Und wie ist das jetzt so, ohne Zucker, ohne Alkohol? OK, beim Zucker schummel ich ein bisschen. Es gibt mittlerweile soo viele zuckerfreie Süßigkeiten, dass man ganz gut aus kommt. So ganz ohne Süßes geht es aber nicht, und irgendwie werde ich auch von den Dingrern süchtig. Kennt ihr diese zuckerfreien Gummihasen (gibt es bei einer Drogeriekette)? Von denen darf man eigentlich nur fünf essen, was ich natürlich erst nach ca. 10 Stück bemerkt hatte. Wenn ich essen geh kann ich es eben nicht verhindern, dass der Koch Zucker verwendet. 🤷‍♀️ Aber ansonsten klappt es ganz gut. Es ist nur ein wenig anstrengend, auf die Lebensmittel zu schauen, ob extra Zucker drin ist oder nicht. Beim Alkohol ist es noch mal was anderes. Ja, der bewusste Verzicht klappt an sich ganz gut. Nur bei den Gewohnheiten, bei denen man nicht so drüber nachdenkt, wie z.b. der Weißwein in der Nudelsauce halt nicht so sehr.

Das erste Mal nüchtern feiern funktionierte auch ganz gut. Es hat mich fast ein wenig überrascht wie wenig es mir ausmachte und wie viel Spaß ich einfach trotzdem hatte, obwohl alle um mich herum immer betrunkener wurden. Nur auf dem Hinweg wollte ich aus Reflex nach einer Bierflasche greifen und mit trinken. Das ich diesen Reflex hatte zeigt mir aber nur, dass es richtig ist erstmal darauf zu verzichten. Aber ansonsten war alles irgendwie normal. Das lag aber auch sehr viel an den Leuten, mit denen ich unterwegs war und an der Musik (80er Glam Rock natürlich). Tanzen lenkt einen halt auch gut ab. Also das war kein Problem.
Schwieriger war da schon die Hausparty letzte Nacht, die wir spontan (und sehr verantwortlungslos) auf Grund der ganzen Schließungen durch das Corona Virus, gestartet haben. Ich mag Hauspartys, weil man eben auch viel mehr miteinander reden kann, als in Clubs, mal davon abgesehen, dass es günstiger ist. Aber obwohl man auch da tanzen kann ist es nicht das gleiche. Am Anfang des Abends dachte ich, dass es wirklich schwierig werden würde. Wurde es aber tatsächlich nicht. Ja, etwas, aber es war auch hier kaum ein Problem.

Und wie reagiert mein Umfeld darauf? Ziemlich gut sogar.
Das mit dem Zucker kennen viele von mir schon. Meine Kollegen z.B. fragen mich meist gar nicht mehr, ob ich was vom Kuchen will, manchmal entschuldigen sie sich aber dafür, was irgendwie niedlich ist. Sie informieren mich aber auch, wenn sie etwas haben, bei dem kein Zucker, sondern z.B. Honig drin ist. Eine andere hat mir zuckerfreie Schokolade mitgebracht, damit ich die nächsten Wochen gut durch stehe…. die ist allerdings schon wieder leer…
Und mit dem Alkohol? Von den Kollegen, mit denen ich mich zum Feierabendbier treffe gibts mal nen Spruch, alles scherzhaft gemeint, aber mehr auch nicht. Wir genießen unseren Feierabend trotzdem ganz gut zusammen, führen gute Gespräche, mal ernst, mal nicht. Auch der Spieleabend, den wir untereinander alle zwei Wochen veranstalten geht auch mit Cola Zero. Unfair finde ich es übrigens hier, dass mein Arbeitgeer zwar Bier stellt, aber keine Softgetränke. Die muss ich mir dann selber kaufen.
Beim Feiern ist es wie oben beschrieben sehr entspannt. Und das obwohl, wenn man ehrlich ist, in der Rock– / Metalszene schon ein Alltags-Alkoholismus herrscht. Aber keiner von meinen typischen Partyfreunden versuchte mich zu überreden doch was zu trinken. Klar wurde ich gefragt, wieso und warum und sie waren überrascht, sieht man mich doch eher häufiger mit einem Gin-Tonic in der Hand, aber alle akzeptieren es, von einigen wurde mir auch Respekt entgegen gelallt (😉). Diese Akzeptanz ist leider in der heutigen Gesellschaft nicht selbstverständlich, bei manchen Menschen kommst du nur damit durch, wenn du Auto fährst und selbst dann kommt oft „Ach, komm, ein Bier geht.“ Ich selbst halte nichts davon jemanden das Trinken ein oder aus zu reden und ich bin sehr froh darüber, dass es meine Freunde auch so handhaben.
Wie gesagt, meine Freunde und Kollegen akzeptieren das alle und es hat auch echt Vorteile. Ich kann immerhin am nächsten Tag sagen, ob sich jmd daneben benommen hat oder nicht. Und bei Trinkspielen bin ich ein super Gamemaster und Schiedsrichter.

Will ich euch jetzt mit diesem Text animieren auch zu fasten? Nein, auf keinen Fall. Jeder soll und muss sowas für sich selbst entscheiden. Das ist nur mein Erlebnis, das ich gerne mit euch teile. Wenn ihr euch dazu doch mal entscheidet hier ein wertvoller Tipp: Macht kein allzu großes Ding draus. (haha, sagt die, die einen ganzen Blogeintrag dazu schreibt.) Was ich meine ist folgendes:
Überlegt ob und worauf ihr verzichten wollt, trefft diese Entscheidung alleine, ohne Einfluss von anderen. Wenn ihr fastet verzweifelt nicht daran, wenn es mal nicht so gut klappt, man eben doch die Weißwein-Sauce bestellt hat oder doch zu einem Stück Schoki gegriffen hat. Einfach akzeptieren und weiter machen. Geht offen damit um, aber ihr müsst es nicht bei jeder Gelegenheit erwähnen. Manchmal merken die anderen das gar nicht, dass ihr fastet. Und versucht nicht, euch dadurch überlegen zu fühlen. Meine Fastenzeit ist für mich, nicht für jemand anderen. Nur mir muss ich beweisen, dass ich es kann, niemand anderem.

Hallo Unbekannter,

Veröffentlicht: 05/03/2020 in persönliche Erlebnisse

vor ein paar Tagen sah ich dich in der Starßenbahn, du hast mir gegenüber gesessen, genau wie ich Kopfhörer auf, ein Buch in der Hand, du die Biografie von Muhammad Ali, ich die ersten Kurzgeschichten vom Hexer. Zwei Gemeinsamkeiten (Musik und Lesen) und doch große Unterschiede. Denn es war offensichtlich, dass wir nicht die gleiche Musik hörten.

Ich sah dich kurz an, kurz bevor ich ausgestiegen bin, ein Moment, nur ein paar Sekunden, aber genau in dem Moment hast du es geschafft mir ein kleines Lächeln zu entlocken, ohne das du es bewusst gemacht hast oder es überhaupt gemerkt hast, denn du warst weiter vertieft in dein Buch.

Wie du das geschafft hast? Ganz simpel, du warst so versunken in deiner Welt, dass du ganz unbewusst, einen kleinen Mment vergessen hattest wo du warst und bei einer Stelle des Liedes einfach mitgemacht hast, stumm das Wort mitgesprochen, eine Geste mit der Hand (diese Gangster-Rap Gesten, von denen ich keine Ahnung hab). Es war so widersprüchlich zu der Musik die ich gerade hörte (leider weiß ich nicht mehr was es war, aber wahrscheinlich etwas rockiges, lautes) und obwohl ich mit Hip Hop nicht wirklich etwas anfangen kann war das etwas, was mich einfach freute.

Das du so darin aufgehen kannst und so in deiner Welt, ist etwas, was mir selbst immer wieder passiert. Das dir das auch so geht zeigte mir, dass obwohl man nicht viel Gemeinsam hat es doch Dinge gibt, in denen man gleich bescheuert ist. Und es erinnerte mich daran, dass man sich auch in einer vollen Straßenbahn einfach mal treiben lassen kann und sich an dem erfreuen kann was man gerade macht. Das zeigt eben, dass es nicht nur Berieselung gegen die Langeweile ist.

Manchmal sind es diese kleinen Begegnungen und Beobachtungen, die einen mehr beeinflussen, als jahrelange Bekanntschaften. Ich freue mich immer, wenn ich jemanden sehe, der so reagiert, z.b. im Auto hinter mir einfach mitsingt. Einfach das Leben so genießt wie es gerade kommt. Es sind Momentaufnahmen, von Dingen die sonst kaum einer sieht und ich fühle mich dadurch, dass ich sie mitbekomme, als etwas besonderes und verbunden mit eben jenen, mir völlig fremden Menschen. Es sind diese Momente, warum ich trotz aller negativen Seiten gerne mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahre. Denn man erhält so einen kurzen Einblick in ein anderes Leben, sieht neue Seiten und Ähnlichkeiten, bei Menschen, mit denen man glaubte keine zu haben. Noch etwas mehr, wenn der Gegenüber einen auch ansieht und ebenfalls darüber lächeln kann.

Kleine Selbsttherapie

Veröffentlicht: 02/03/2020 in Uncategorized

In meinem Wiederbelebungs-Post hatte ich ja schon angekündigt, dass ich diesen Blog auch dazu nutze, um meinen emotionalen Ballast irgendwie verarbeiten zu können. Denn wenn ich etwas die letzten Wochen / Monate gelernt habe, dann das Menschen mit all ihren Emotionen einfach sehr komplex und vielseitig sind, manche mehr, manche weniger.

Anfang November hatte ich mich entschieden, meine langjährige Beziehung zu beenden. Aus vielen, sehr unterschiedlichen Gründen, von denen ich selbst nicht mal alle benennen kann. Die Entscheidung war auch nicht einfach, aber nach langen Überlegungen hab ich gemerkt, dass ich gar nicht mehr über das Ob sondern über das Wann nachdachte. Und in diesen Moment wusste ich, dass ich es beenden musste und gepaart mit einem Kater konnte ich mich nicht mehr verstellen und musste es im Grunde sofort machen.

Und seit dem, bis gestern, waren wir in einer Trennungsphase, in der er seinen Auszog organisierte und ich mein Leben ein wenig auf Pause setzte, aber zeitgleich mir Gedanken machte, wie es für mich weiter ging. Und ja, wir kamen in den Monaten ganz gut miteinander aus, trotz der Wohnsituation.

Gestern war es dann soweit, er zog aus, ganz offiziell. Und obwohl es meine Entscheidung war, zu der ich nach wie vor stehe und die ich immer noch für das richtige halte überkam mich eine unerklärliche Traurigkeit, gleichzeitig aber auch eine Erleichterung, dass es jetzt nun durch ist. Ich freue mich auf die Zukunft und habe gleichzeitig Angst davor.

Als ich gestern Abend dann zum ersten Mal alleine war hatte ich zwischenzeitlich immer noch das Gefühl, er wäre noch da, säße im Wohnzimmer und schaute TV. Auch habe ich vor heute Abend ein wenig Angst, wenn ich zum ersten Mal seit vier Jahren in eine leere Wohnung komme. Wie geht man damit um, wenn man einen Menschen, den man mag und mit dem man die letzten 6 (im Grunde fast 7 Jahre) so gut wie jeden Tag geredet hat und auch fast jeden Tag gesehen hat ganz willentlich aus seinem Leben kickt?

Ich weiß, viele meiner Freunde freuen sich für mich, da sie gemerkt haben wie anstrengend die Situation für mich war. Aber die große Freude kann sich bei mir nicht einstellen. Und das obwohl ich meine Entscheidung, wie gesagt, kein bisschen bereue, im Gegenteil. Also, was macht man mit so vielen unterschiedlichen Gefühlen? Ignorieren? Darin bin ich eigentlich ganz super, aber jetzt irgendwie nicht Rauslassen? Naja, wenn es sein muss. Und so kramte ich eben meinen alten Blog wieder raus.

Die Wiederauferstehung

Veröffentlicht: 01/03/2020 in Uncategorized

Nach Ewigkeiten krame ich also meinen Blog wieder aus und das auch nur um meinen Balast einfach mal in die Welt zu schreien.

Warum hatte ich aufgehört zu schreiben? Keine Zeit mehr? Am Anfang wahrscheinlich. Hatte ich nicht mehr genug um darüber zu schreiben? Doch, eigentlich schon. Aber einerseits ist in Zeiten von Instagram und Facebook alles so kurz runtergebrochen, auf 24stündige Storys, dass sich ein langer Text kaum noch lohnt und andererseits war ich von meinem eigenen Leben irgendwann so angeödet, dass ich gar nichts darüber schreiben wollen. Selbstzweifel lassen grüßen.

Was hat sich also nun geändert, dass ich nach all der Zeit meine wieder was zu veröffentlichen? Ist mein Leben plötzlich interessanter geworden? Keine Ahnung, wohl eher nicht. Aber gerade in den letzten Monaten habe ich mir viele Gedanken über mein Leben und meine Entscheidungen gemacht. War alles richtig? Alles falsch? Im Grunde beides und beides nicht. Aber mir wurde klar, dass etwas nicht so war, wie ich es gerne gehabt hätte und ich etwas ändern musste. Es hat dann wieder Monate gedauert um zu begreifen, was eigentlich mein verdammtes Problem war.

Als ich endlich begriff, was es war musste ich noch einen Schritt gehen. Einen großen Schritt und ich habe angefangen grundlegende Dinge in meinem Leben zu ändern. Ein Punkt davon ist mich selbst aus meiner gemütlichen Blase rauszuziehen und in die Welt rein (in kleinen, vorsichtigen Schritten) und so versuche ich mich an einem neuen Lebensmotto: Warum eigentlich nicht?

Warum eigentlich nicht:

  • zu dem Konzert / der Party gehen, auch wenn die üblichen Freunde nicht hingehen
  • versuchen neue Leute kennenzulernen
  • alte Freundschaften wieder aufleben lassen
  • mit dem süßen Typen flirten
  • einfach so eine Hausparty organisieren
  • das Shirt, Schmuck etc. kaufen
  • Menschen, die man sympathisch findet zu küssen (ohne gleich mit ihnen schlafen zu wollen)
  • neue Erfahrungen machen und sich ausprobieren
  • den eingeschlafenen Blog wieder rauskramen, um sich mitzuteilen
  • uvm.
  • Gebt Mara eine Chance

    Veröffentlicht: 08/04/2015 in Uncategorized

    Soo lange habe ich diesen Blog nicht mehr genutzt. Jetzt krame ich ihn wieder raus und das aus gutem Grund.

    Seit einer Woche läuft die Verfilmung  von „Mara und der Feuerbringer“(Teil 1). Heute habe ich es geschafft mit zwei Freunden in den Film zu gehen.
    Das war nicht einfach, denn der Film läuft nur einmal am Tag und zwar zu unmöglichen Zeiten für die arbeitende Bevölkerung. Aber von vorne.

    Mara und der Feuerbringer ist eine deutsche Fantasy-Triologie bei der es sich hautsächlich um die nordisch-germanische Mythologie dreht. Die bücher sind witzig, für fast jedes alter und man lernt so einiges. Und da der Autor Tommy Krappweis (Erfinder von Bernd das Brot) nun mal eher in der Film / Fernseh Branche tätig ist lag es nahe, dass er das Buch verfilmen möchte. Ein Mammutprojekt, für das man viel Mut brauchte. Entgegen der sonstigen deutschen Taktig lieber auf Nummer sicher zu gehen fanden sich mutige und innovative  Produzenten und ein toller Film konnte entstehen.

    Story:

    Die 15 Jährige Mara muss sich jeden Tag mit Alb-Tagträumen rumschlagen. Bald erfährt sie von einem Zweig (großartig gesprochen von Oliver Kalkhofe), dass sie die letzte Seherin ist, dazu auserkoren Ragnarök (sprich den Weltuntergang) zu verhindern, der unweigerlich ausbricht sollte sich Halbgott Loki befreien (bitte nicht mit Marvel verwechseln). Da Mara aber keine Ahnung hat holt sie sich Hilfe von Professor Weissinger und mit ihm zusammen stellt sie sich dem Feuerbringer, der Lokis Frau entführt hatte.

    Kritik:

    Die Besetzung ist top! Christoph Maria Herbst als Loki (sooo gut), Jan Josef Liefers als Professor Weissinger auch und Ester Schweins als Maras Esotherik Mutter auch. Und Billy Boyd (!!) in einer Nebenrolle. Schauspielerische Leistung insgesamt 1A. Schade ist, dass man es Lilian Prent (Mara) anmerkt, dass sie beim schauspielern noch nicht so sicher ist. Ich denke aber, dass wird sich mit Hilfe und Übung legen. Und ein Glück für sie, dass sie so großartige Spiel-Partner zur Seite hatte, die ihr den Raum gaben. Dazu herrscht eine tolle Chemie zwischen den Schauspielern.

    Die Charaktere sind alle liebevoll gezeichnet und stehen ihren Buchvorlagen in nichts nach. Schön ist die Beziehung von Mara und dem Professor, die auch in den Büchern im Vordergrund steht.

    Die Story hält sich bis auf ein paar kleinen Abweichungen an die Bücher. Schade finde ich, dass im Film Loki vermarvelt wird und zu Thors Bruder gemacht wurde. Dabei (so in den Büchern) war er Odins Blutsbrüder. Das ist DIE Änderung die ich wirklich schade finde. Hätte nicht sein müssen. Auch ist das Ende leider schwer zu verstehen, wenn man die Bücher nicht gesehen hat.

    Über die Technik kann man sich nicht beschweren. Man merkt, dass das Geld in die Hand genommen wurde und das ist auch gut so. Tolle Effekte, die sich sehen lassen. Doch der Charme und Witz der Charaktere steht immer im Vordergrund und machen den Film so mit zu etwas besonderem.

    Noch bin ich mir nicht sicher, ob ich das Voice-Over, das immer wieder eingesetzt wird, gut finde oder nicht. Einen Vorteil hat es – so lernt man Mara´s Charaker besser kennen (und lieben). Besonders die Hilflosigkeit macht sie sympatisch und hebt sich von dem ewigen „Wir können alles“ Helden.

    Insgesamt gebe ich dem Film 8 von 10 Punkten und spreche eine ausdrückliche Empfehlung aus dem Film eine Chance zu geben und ihn sich schnell im Kino anzusehen. Denn leider sind viele zu skeptisch oder wollen lieber den typsichen deutschen Einheitsbrei sehen. Geht ein Risiko ein und traut euch was. Schaut den Film!

    Ruhezeit

    Veröffentlicht: 22/05/2014 in Uncategorized

    Schon lange ist hier nichts passiert.

    Liegt einerseits an fehlenden Themen, denn nichts fände ich öder, als eine Art Tagebuch von meinem alltäglichen Leben ala „Und dann bin ich Bahn gefahren“ zu schreiben. Wer will sowas denn bitte lesen? Bei solchen Blogs betätige ich persönlich ganz schnell das gefürchtete rote X. Zum anderen hatte ich aber auch kaum Zeit. Ich musste mich mit meinem Studium (Medienfachwirt Digital und Print), meinem Job, dem Verlust meines Jobs, der Jobsuche und meinem eigentlichen sozialen Leben auseinander setzen. Kurzum: Ich hatte keine Zeit mir Gedanken zu machen.

    Im Moment (omg – doch ein Tagebucheintrag…) muss ich mich auf meine Hausarbeit konzentrieren, für die ich absolut keine Idee habe. Das wird noch lustig. Und dann wäre da noch die erfreuliche Sache, dass ich ab Montag (26.5.14) einen neuen Job habe. Super Timing, aber dadurch habe ich natürlich noch weniger Zeit.

    Aber ich denke ich werde mir bald mal doch Gedanken machen, was hier nun passieren soll.

    Eines sei noch gesagt: Da ich bei den derzeitigen DM Lieblingen dabei bin (yes, geschafft) werde ich auf meinem Test Blog ein bisschen was dazu schreiben. Und ja, es sind tolle Sachen dabei. Also in der Mai Box. Seit gespannt.

    Freitag, 6.9.2013
    Es ist heiß, ungewöhnlich heiß für einen Septembertag, als ich mich mit meinem treuen Gefährt auf den Weg nach Wuppertal machte um meine Co-Pilotin einzusammeln. Unser Navigator war anfangs leicht verwirrt, und dennoch schafften wir es ohne Schäden nach Bremen.

    In unserer Unterkunft warteten schon fast alle anderen Crewmitglieder auf uns und wir konnten ohne weitere Umstände unsere Kajüte beziehen. Leicht wackelig lief und schlief es sich dort drin, aber das Bett und die extra Couch taten gute Dienste.
    Schon vorab wurde angekündigt, dass wir unsere Nahrung am Abend in exotischen Gefilden zu uns nehmen würden und so kam es auch: für ein paar Stunden verschlug es uns nach Indien. Sehr lecker und wirklich exotisch. Ich staunte nicht schlecht, als sich der vermeintliche Broccoli als mein Fleisch herausstellte. Lecker war es. Gerne hätte ich die anderen Gerichte auch probiert, die da so dampfend heiß vor meiner Nase standen, aber die Portionen waren für einen Seeman angemessen, für eine Piratenbraut dann doch wohl leicht zu groß. Generell war die Mannschaftsversogung an diesem Wochenende sehr gut, sodass die Crew aus dem Essen fast nicht mehr raus kam. Zum Dessert tauschten wir zu guter Letzt Empfehlungen mit der Bedienung aus – im Tausch gegen einen himmlisch-süßen Traum gab es einen Flyer und eine Unterrichtung in coppelianischen Gepflogenheiten.
    Nach dem Essen machten wir uns wieder zurück in unsere Unterkunft. Unsere Kajüte diente dann als Kommandozentrale und wir besprachen den Plan für die Belagerung von Bremen am nächsten Tag – Unterbrochen von solchen Albernheiten, dass man meinen könnte wir hätten den Rum nicht vergessen, sondern getrunken.
    Samstag, 07.09.2013
    Zwei der Crewmitgleider machten sich, als alle anderen noch schliefen oder sich um die wenig vorhanden Duschen prügelten, auf um den nächsten Krämerladen zu plündern und uns ein ausreichendes Frühstück zu servieren. Selbst ist die Gesellschaft.
    Dann hieß es: Stadt stürmen. Um aber erstmal einen Überblick zu bekommen machten wir eine Schiffsfahrt den Hafen hinauf. So konnten wir unser neues Gebiet gut abstecken und Schwächen leichter erkennen. Danach war uns klar: Wir brauchen auch ein Schiff! Auserwählt wurde das Pannekoekschip Admiral Nelson.  Vorab testeten wir die schon vorhandene Crew, besonders den Smudje, auf deren Fähigkeiten. Alle bestanden unseren Test mit Bravur und nachdem wir das Schiff gekapert hatten und uns wieder gesättigt in die Stadt begaben um unseren Beutezug weiter durchzuführen, erteilten wir ihnen die ehrenvolle Aufgabe das Schiff zu bewachen und durch weiteren Pfannkuchenverkauf die Gesellschaftskasse weiter zu füllen. Natürlich kamen wir hier unserer Pflicht nach und so wird Coppelius ab sofort auch zwischen Wanten und Brassen und einer ganze Menge Pfannkuchen zu noch mehr Weltenruhm verholfen. Einen entsprechenden Hinweis dazu findet man im Logbuch:
    Die darauffolgende Stadtführung diente dann auch lediglich dazu um weitere Schwächen der Bremer Stadtverteidigung zu finden. Schon vorab wurde die Stadtführerin angewiesen uns mal alles zu zeigen, natürlich ohne genau zu wissen warum. Ich vergaß den Namen der freundlichen Dame leider wieder (Verzeihung) aber in meinen Gedanken hieß sie eh schon Minnie Maus oder Glücksbärchen.
    Um die Stadt zu erobern müssten wir also den Roland am Marktplatz und auch den Ersatz – Roland, von dessen Aufenthaltsort nur der aktuelle Bürgermeister weiß, zerstören. Dann würde Bremen fallen.

    Der Roland von Bremen

    Das Schnoorviertel stellte sich als gute Versteckmöglichkeit heraus, würde aber bei einer schnellen Flucht durch die engen Gassen eher hinderlich sein. Wir sicherten uns die Zuneigung der dortigen Geschäftsleute in dem wir hier mal ausnahmsweise nicht plünderten, sondern lediglich nette Besuche abstatteten und das auch in getrennten Gruppen. So wirkt man weniger bedrohlich. Beim Umtrunk am eindeutig zweideutigen Brunnen im dortigen Irish Pub bemerkte ich und einige der anderen Damen einen dritten Roland, der sich durch sein fleißiges Streichen der Wand in einer Dachgeschoßwohnung mit nacktem Oberkörper selbst empfahl. Für uns stand fest: Der muss mit aufs Pfannkuchenschiff. Zum Streichen, natürlich.

    Ebenfalls auf den Platz entdeckten wir eine Öffentlichen Fernsprech-Zelle. Wir wollten mal ausprobieren, ob sie das gleiche kann wie die Litfaßsäule der Herren. Tendenzen zur innerlichen Raumausbreitung schienen definitiv vorhanden, doch leider entpuppte sich das Gerät als Fleischfresser. Nur knapp entkamen wir dem Monster. Als Transportmittel für die CG also doch eher ungeeignet.
    Als es in den Straßen dunkler und wir vom Auskundschaften müde wurden suchten wir uns unsere letzte Station, die alles Entscheidende zum Erfolg unseres Raubzuges. Auserwählt wurde ein italienisches Restaurant. Erst wollte man uns gar nicht erst hineinlassen, doch wer kann schon “Nein” zu einer knurrenden Meute sagen? Obwohl von überall die “Ich bin noch satt” Rufe herhallten war unsere Speisetafel wieder gut gefüllt. Nur ich lernte wieder: Man findet keine Freunde mit Salat. Die Kellnerin und der Barmann erwiesen sich ebenfalls würdig auf dem neuen Schiff der coppelianischen Gesellschaft zu dienen. So leckere Cocktails hatte ich schon lange nicht mehr. Ein Highlight: 2 Gesellen der Wandergesellschaft betraten ebenfalls das Restaurant und erfreuten uns mit der Erklärung ihrer Zunft. Natürlich erhielten sie die Geldgaben nur mit einem Flyer und dem Versprechen sich Coppelius anzuhören und bei einem der nächsten Konzerte dabei zu sein. Um deutlich zu machen, dass das Restaurant jetzt ebenfalls der CG einverleibt wurde, nahmen wir später die dortige Lounge noch in Beschlag. Und spätestens hier  wurde uns allen im Verlauf des Abends eindeutig klar, was wir vorher schon alle ahnten: Dies war definitv das beste Fantreffen überhaupt. So schön, dass schon Pläne für die nächsten Treffen geschmiedet werden. Die unterliegen aber dann doch noch der Geheimhaltung.
    Auch diesen Abend wurde in unserer 4er Kajüte ausgeklungen, doch ich schlief schon schnell auf meinem neuen Coppelius-Kissen ein, sodass ich die große Party, die angeblich noch statt fand, trotz lautstarker Lachanfälle um mich herum glatt verpennt habe.
    Sonntag, 08.09.2013
    Abreisetag. Müde, glücklich und gleichzeitig traurig wachte ich auf. Glücklich über die schöne Zeit, traurig darüber, dass es wieder viel zu kurz war.
    Das Frühstück war wieder voller interessanter Gespräche und so zog sich die Verabschiedung dann doch länger hin als ursprünglich geplant. Wie jedes Jahr. Als letzte offizielle Tätigkeit wurde der Zeitraum fürs nächste Treffen festgelegt. Es scheint sich endgültig auf Anfang September einzupendeln. Wer also auch einmal bei einem unserer Stadteroberungen teilnehmen möchte sollte sich diesen Zeitraum festhalten. Seid Gewiss: Es wird ein Erlebnis, dass man nicht mehr missen will.
    Die Admiral Nelson – das neue Schiff der coppelianischen Gesellschaft
    P.s.: Wir sind Otter – wir halten einander fest 🙂
    Bilder netterweise von Corvus zur Verfügung gestellt

    Eckdaten
    Autor: Trudi Canavan
    Genre: Fantasy
    Erschienen:
    „Magie“: 2009
    „Die Gilde der schwarzen Magier“: 2006

    Vor einiger Zeit kaufte ich mir, Jahre nachdem ich „Die Gilde der schwarzen Magier“ gelesen hatte, das E-Book der offiziellen Vorgeschichte „Magie“. Nachdem ich damit durch war fing ich die Tribologie nochmal von vorne an und wie ich merkte, hatte ich 1. einiges vergessen und 2. hat sich meine Meinung über gewisse Sachen auch stark geändert.
    Aber erst mal langsam und von vorne angefangen.

    Magie

    Wie erwähnt wird das Buch als die Vorgeschichte von „Die Gilde der schwarzen Magier“ angepriesen. Das stimmt jedoch nur bedingt, denn „Magie“ spielt ca. 700 Jahre vor der Trilogie. Wer also auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten gehofft hatte wird enttäuscht. Dafür kann man das Buch aber auch lesen, wenn man die anderen nicht kennt.

    Story: Die junge Tessia wünscht sich nichts sehnlicher als Heilerin und damit die Nachfolgerin ihres Vaters, dem Heiler ihres Dorfes in Kyralia. Doch nicht nur die Gesellschaft steht diesen Wunsch im Wege. Ihre Mutter würde sie am liebsten verheiratet mit einem erfolgreichen Mann sehen. Doch Tessia gibt nicht auf und schleicht sich daher eines Tages ins Haus des Magiers Lord Dakon, um einen dort liegenden Verletzten selbstständig und alleine zu behandeln und somit allen Zweiflern zu zeigen, dass ein Mädchen durchaus Heiler werden kann. Doch als sie sich wieder auf den Weg nach Hause machen will läuft sie dem Hausgast, einem Magier aus dem Nachbarland Sachaka, in die Arme und wird von ihm bedrängt. Als sie sich wehrt benutzt sie ungewollt Magie und so muss nicht nur sie feststellen, dass in ihr ein ungeheures magisches Potenzial schlummerte. Lord Dakon nimmt sich ihrer an und macht sie zu seiner Novizin. Erst muss sich Tessia an das neue Leben gewöhnen und muss lernen ihre Magie zu kontrollieren und auch mit der Missgunst von Jayan, dem älteren Novizen von Lord Dakon, umzugehen. Doch gerade als sie erkannte, dass das Leben als Magierin ihr einige Vorteile und auch die Chance ermöglicht doch noch Heilerin zu werden, wird sie in einen magischen Krieg hineingezogen, denn der Sachakaner, der sie bedrängte, war nicht aus freundschaftlichen Gründen in Kyralia. Er und eine Handvoll anderer Magier wollen Kyralia wieder zurück erobern und das wollen die Magier aus Kyralia um jeden Preis verhindern.

    Zusätzlich existiert auch noch eine kleine Nebenstory rund um die Halb-Sachakanerin und (heimliche) Magierin Stara. Diese wird von ihrer Mutter zu ihrem Vater nach Sachaka geschickt und dort zwangsverheiratet.

    Fazit:  Im Endeffekt ist das Buch weder besonders gut, noch besonders schlecht. Trudi Canavan ist ein gutes, solides Mittelmaß gelungen, wenn auch etwas vorhersehbar. Die Story rund um den Krieg, der ja auch in der Trilogie von Bedeutung war, ist durchaus interessant.  Die Charaktere sind durchweg verschieden und machen Wandlungen durch, mal mehr, mal weniger. Besonders beeindruckend ist Tessias Leidenschaft für das Heilen, das auch letztendlich zur heilenden Magie führt.  Schade finde ich, dass einige Charaktere nicht ganz ausgereift und oberflächlich wirken. Die meisten Menschen entsprechen dann auch dem üblichen Bild ihres Volkes. Der gute (weiße) Kyraliaer, der brutale (dunkelhäutige) Sachakaner , der ängstliche Sklave und so weiter. Und wenn die Charaktere dann doch mal davon abweichen sind es Nebendarsteller, die kaum erwähnt werden oder recht bald sterben.

    Die Einführung der zweiten Storyline mitten im Buch kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sie ist wirklich unnötig und führt auch zu nichts. Ich habe wirklich gedacht ich hätte Stara vorher einfach überlesen. Es gibt auch nur einen minimalen Berührungspunkt mit der Hauptstory. Wahrscheinlich musste Seiten gefüllt werden. So wirkt es jedenfalls.

    Dazu sind die ständigen Wechsel der Sichtweisen auch eher unnötig und wirken als wenn man verzweifelt versucht Vielschichtigkeit zu zeigen. Dabei geht leider Tessia als Hauptcharakter etwas unter.

    Auch das eines der wichtigsten Ereignisse am Ende des Buches aus der Sicht eines der wohl unwichtigsten Charaktere beschrieben werden und dann dabei auch noch den Tod eines anderen (wichtigen) Charakters in einen Nebensatz gepackt wird  kann ich nicht nachvollziehen. Hier hätte man sich durchaus die Zeit nehmen können und der Epilog hätte länger sein können. Ich hätte so gern mehr über die Entstehung der Gilde erfahren und mehr zu anderen Charakteren, aber es passiert einfach nicht. Und Tessia ist dann nicht einmal mehr dabei, sondern sitzt schwanger zu Hause rum.

    Die Gilde der schwarzen Magier

    Sonea stammt aus dem ärmsten Vierteln der Hauptstadt von Kyralia, den Hüttenvierteln, und muss sich mit Armut und den Gefahren der Stadt rumschlagen. Wie alle Hüttenleute gibt sie die Schuld an ihrer Lage den Magiern der Gilde und „kämpft“ gegen diese bei der jährlichen Säuberung. Dabei bricht ihr magisches Potenzial aus und sie verletzt einen Magier. Geschockt flieht Sonea und versteckt sich aus Furcht vor der Gilde im Untergrund der Stadt. Stets an ihrer Seite ihr Freund Ceryni. Doch Sonea muss erkennen, dass sie keine Wahl hat und stellt sich der Gilde. Diese bieten ihr einen Platz an der Universität und damit auch in der Gilde an. Doch nicht alle in der Gilde sind der Meinung, dass Sonea diesen Platz verdient hat, denn bisher waren nur Kinder aus den reichen Häusern zugelassen. Dieses Problem zieht sich durch alle drei Bände, besonders aber durch die ersten zwei. Sonea muss sich immer wieder Anfeindungen und hinterhältigen Tricks stellen. Und zwar von anderen Novizen, als auch von Magiern. Aber nicht nur durch ihre eigenen Landleute droht Sonea Gefahr. Denn einige Sachakaner wollen sich für den damals verlorenen Krieg rächen und planen einen Angriff auf die Gilde.

    Fazit: Ja, ich mag die Trilogie immer noch, auch wenn mir mehr Schwächen aufgefallen sind als beim ersten Lesen. Ich mag die meisten Charaktere irgendwie, sogar Soneas großen Widersacher Regin. Er ist zwar etwas einseitig, nämlich fast immer fies und hinterhältig, aber es gibt wirklich Jungen die in dem Alter so sind. Ceryni ist und bleibt mein Liebling, was andere wohl anders sehen. Nur früher mochte ich ihn im ersten Band lieber, diesmal gefällt er mir im dritten sehr viel besser (im zweiten taucht er so gut wie nicht auf). Daran sieht man aber, dass man selber gereift ist. Während ich damals den Freund der aus Liebe alles tun würde richtig super fand ist er mir heute im ersten Band einfach zu unterwürfig Sonea gegenüber. Im dritten Teil ist er dagegen sehr viel selbstständiger. Nur eines bleibt bestehen – die angesprochenen Liebesgeschichten (und zwar alle!!) mag ich sehr gerne, kann sie heute allerdings auch eher nachvollziehen.

    An ein paar Stellen musste ich aber auch sehr lachen. Einfach von der Formulierung her. Gerade wenn es um Leidenschaft, Liebe und Sex geht wirkt das alles doch zu sehr gewillt, als das man es ernst nehmen könnte.

    Nur das Ende empfinde ich als etwas schnell dahin geklatscht, was sehr schade ist. Es wirkt wie ein zu sehr gezwungener Abschluss ohne aber wirklich zu Ende zu sein.

    Nichts desto trotz kann ich die Gilde gut weiter empfehlen.

    Fazit zu beiden Geschichten und ein kleiner Vergleich

    Beide Bücher haben einen ähnlichen Grundaufbau der Story, was ich als einen der größten Schwachpunkte, besonders von „Magie“, ansehen würde. Beide Hauptcharaktere kommen aus einfachen Verhältnissen und hätten eigentlich nicht das Recht Magie zu erlernen, beide sind natürlich hochbegabt, äußerst intelligent und lernen schnell. Und natürlich verlieben sich beide eher ungewollt und unverhofft. Sonea wirkt aber als Charakter ausgereifter und mehr durchdacht als Tessia. Auch wurde Sonea die Rolle des Hauptcharakters wirklich zugesprochen, die Tessia irgendwann verliert.

    Beiden muss ich den Einbau einer homosexuellen Beziehung zu Gute legen. Ja, das taucht tatsächlich auf, auch wenn es in „Magie“ eher nebensächlich ist und doch sehr erzwungen wirkt (nach dem Moto – „Das kam bei der Gilde gut an, das muss ich wieder drin haben“). Hätte man sich auch sparen können an der Stelle.

    Im Vergleich ist die „Die Gilde der schwarzen Magier“ einfach besser, ausgereifter und wirkt nicht so erzwungen.

    Django Unchained

    Veröffentlicht: 28/01/2013 in Filmkritik
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    Meine Meinung zum neuen Tarantino Film?
    Er ist gut wie (fast) jeder Tarantino Film. Taranino hat es wieder mal geschafft ein Genre-typischen Film zu machen, der dennoch seine klare Handschrift trägt. Man merkt, wie Tarantino Wert auf gute Bilder legt und wie sehr er die alten Filme schätzt, indem er genau diesen Stil zwischendurch mit einbaut. Eine Szene die sich mir besonders in den Kopf setzt war z.B. wie das Blut auf die weißen Baumwollpflanzen spritzt.

    Natürlich ist der Film brutal und blutig. Allerdings störte mich zum ersten Mal wie übertrieben alles dargestellt wurde. Das Blut spritzte mir bei Schusswunden dann doch zu stark.

    Die erste Hälfte ist der Film sehr lustig gegen Ende wird er immer brutaler, verliert dabei nur wenig an dem vorher eingeführten Witz. Das liegt viel an dem verbalen Schlagabtausch der ständig zwischen den Charakteren herrscht.

    Die Schauspieler waren allesamt großartig, doch Christopher Waltz stahl wieder mal allen die Show. Diesen Mann werden wir hoffentlich noch häufiger sehen. Sein Charakter ist diesmal weitaus positiver als bisher, zweigt aber auch hier eine Doppelseitigkeit. Dies ist man von ihm gewohnt. In seinen Rollen zuvor (Inglourious Basterds & Wasser für die Elefanten) waren diese zwei Gesichter auch zu sehen, wobei da die Freundlichkeit eher eine Maske war, was man von Dr. Schultz definitiv nicht sagen kann. Zynisch, ja, aber dennoch ein guter. So gut wie man als Kopfgeldjäger eben sein kann. Ich danke Tarantino dafür, dass er in Django auch mal einen Deutschen zeigte, der kein rassistischer Nazi ist.

    Aber auch alle anderen Charaktere sind gut bis grandios. Lediglich Brunhilde (Djangos Frau) wirkt etwas kraftlos. Ich hatte sie mir als starke Frau vorgestellt, aber sie ist eigentlich nur passiv dabei. Schade eigentlich.

    Ein druchaus sehenswerter Film, der sich zum Schluss aber etwas in die Länge zieht. Dennoch kann ich es jedem empfehlen, der mit solch einem Film etwas anfangen kann.