Feminismus – eine kleine Begriffserklärung

Wikipedia beschreibt Feminismus als eine gesellschaftliche, politische und akademische Strömung und soziale Bewegung, bzw als Oberbegriff all dieser Dinge, dessen Ziel die Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung von allen Menschen, unabhängig des Geschlechtes ist. Dazu, quasi Hand in Hand, setzt sich die Bewegung gegen Sexismus ein.
Um das also für alle klar zu stellen, Feminist*innen möchten nicht, dass Frauen über die Männer herrschen, sondern, dass für alle die gleichen Chancen und Rechte gelten, unabhängig von ihrem Geschlecht. Ich hoffe, dass ist mittlerweile allen klar. Wenn nicht, dann einmal deutlich: „Gleiches Recht für Alle!“

Gleichberechtigung (+ kleine Geschichtsstunde)

Aber was bedeutet Gleichberechtigung denn nun? Heißt es, dass ein Mann einer Frau nicht mehr helfen soll / darf, wenn sie z.B. etwas tragen muss, was zu schwer für sie ist? Oder die Tür aufzuhalten? Nein! Natürlich kann und soll jeder noch zu allen höflich und hilfsbereit sein. Es geht hier ja nicht um Hilfsbereitschaft, sondern um Rechte.
Haben Männer und Frauen denn nicht die gleichen Rechte? Ja und auch irgendwie nein. Natürlich hat sich schon einiges getan. Allerdings finde ich es nach wie vor erschreckend, wie wenig Frauen früher selbstbestimmend leben konnten.
Kleine Beispiele gefällig:

  • Erst seit 1918 dürfen Frauen in Deutschland wählen.
  • Seit 1958 dürfen Frauen in einer Ehe ihr eigenes Vermögen verwalten, der Mann hat nicht mehr „das letzte Wort“. Auch nicht mehr darüber, ob die Frau überhaupt arbeitet oder nicht. Aber – bis 1977 durfte eine Frau nur dann einer Arbeit nachgehen, wenn es mit ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter vereinbar war.
  • Bis 1997 (ja, da waren die meisten von uns schon geboren) lag nach dem Gesetz nur eine Vergewaltigung „außerehelich“ vor. Heißt soviel, bis dahin waren Vergewaltigungen in der Ehe eigentlich keine, also nach dem Gesetzbuch jedenfalls. Es gab zwar sehr viele Versuche dies zu ändern, aber die CDU/CSU lehnte diese ab, weil Frauen (wir bösen Frauen) das dann benutzen würden um Abtreibungen vornehmen lassen zu können.

Das sind nur Beispiele für Deutschland. Das ist alles noch nicht so lange her. Und ja, ich weiß, auch Männer sind in vielen Dingen nicht gleichgestellt (Stichwort Sorgerecht bei Scheidung), das will ich gar nicht runterspielen oder ignorieren. Auch das zu ändern gehört zur Gleichberechtigung. Dennoch kann es keiner leugnen, dass Frauen rechtlich gesehen öfter schlechter gestellt wurden und leider immer noch werden.
Übrigens, ein aktuelles Beispiel, in Saudi-Arabien wurde von einem Religionsgelehrten in Zeiten der Corona Pandemie den Frauen erlaubt ihren ehelichen Pflichten nicht nachzugehen, wenn sie eine Gefahr sehen sich anzustecken, weil sich ihr Mann z.b. weiter normal in der Öffentlichkeit bewegt. Also sie hat dann doch mal das Recht zu sagen, Nein, kein Sex. Aber nur, wenn ihr Mann sich vlt irgendwo angesteckt haben könnte (also mit Corona, andere Krankheiten wurden nicht erwähnt).

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Kommentare
  1. […] Silbereule – Miene Gedanken zu: Diesem komischen Feminismus Kram […]

  2. Miri sagt:

    Ich mag Agent Carter. Die Hauptfigur ist eine Frau die sich durchsetzen kann. Die Serie spielt Ende der 40er und natürlich bekommt sie von den Männern immer erzählt, dass sie nichts anderes kann als Kaffee kochen und Ablage machen „weil wir nicht mehr im Krieg sind“. Und sie setzt sich darüber hinweg. Und tatsächlich sind ihre Hauptgegnerinnen, die einzigen, die ihr halbwegs ebenbürdig sind, Frauen. Und ich mag die Lovestory, die sich am Ende entwickelt (auch wenn sie sich vorher immer wieder andeutet). Aber ja, in den meisten Filmen und Serien ist das Frauenbild sehr zweifelhaft bis sexistische Kackscheiße. Es gab mal ein Projekt wo die Sätze/Wörter und Bildzeit von Frauen in Oscarprämierten Filmen gezählt wurde. Das Ergebnis war schockierend.

    • silbereule sagt:

      Stimme, Agent Carter (die Serie) war toll, sie ist ein super Vorbild. Danke für das positive Beispiel.

      • Dana sagt:

        Joss Whedon halt. Der hatte ja immer schon starke Frauen in seinen Serien. 🙂

      • silbereule sagt:

        Ja, aber ich bei ihm auch vorsichtig, nachdem rauskam, dass er bei Buffy mit mehreren Schauspielerin etwas hatte und seine Frau betrogen hat. Sie hat damals seinen Brief veröffentlicht und es klang alles nach „ich bin ja auch nur ein Man“

  3. Überlegende/r sagt:

    Ich habe immer noch nicht verstanden warum das jz auch für Männer wichtig ist und der Text ist ein bisschen einseitig (weil es halt deine Meinung ist) z.b habe ich so das gefühl, dass man jetzt jedem Mann vorwirft pervers/ausnutzend usw zu sein nur auf grund dessen das man halt Männlich ist.
    Noch ein Problem ist das es diese ultra fem’s gibt und man als fem automatisch in diese Schublade gestekt wird.

    • silbereule sagt:

      Lies dir bitte meine Einleitung nochmal durch, denn ich schreibe da ganz genau, dass ich oftmals nur Männer schreibe, aber nicht alle Männer meine. Aber eigentlich gibst du dir doch schon selbst die Antwort. Je mehr es in die Öffentlichkeit kommt, desto öfter wird das eigene Verhalten, das der Freunde überdacht und ein Umfeld geschaffen, in dem sich alle wohl fühlen und man (oder Frau) sich nicht mehr fragen muss, ist dieser Fremde jetzt gefährlich oder nicht. Das mag für dich schwer nachvollziehbar sein (und das ist auch nicht schlimm), aber das ist für viele ein normaler Gedanke.

    • silbereule sagt:

      Oh, und oftmals werden Feminist:innen als Ultra bezeichnet, sobald es unangenehm wird, weil man sich insgeheim ertappt fühlt. Geht mir in anderen Punkten genauso, an denen ich arbeiten muss. Wichtig ist das zu erkennen und mit Kritik (auch an sich) umzugehen

      • Überlegende/r sagt:

        Ich meine so radikale die z.b. hetzte betreiben
        und ich könnte mir gut vorstellen das wenn man sich so als fem outet man wegen solchen Personen in eine Schublade gesteckt z.b. „Die ist Fem? die ist bestimmt auch so eine Hetzerin“
        Und das, ist glaube ich einer der Gründe warum Feminismus so gehated wird weil es Leute gibt die halt das ins negative ziehen.
        Und PS Ich möchte mich nicht als ein Gem gegner positioneiren habe das aber nicht darein geschrieben weil ich dan auch in so eine Schublade kommen würde(in die „Ich bin ja kein Nazi aber….“ Schublade)

      • silbereule sagt:

        Also ehrlich gesagt gib es davon sehr, sehr wenige. Es kommt aber oft als erstes Argument. Das wäre ungefähr so, als ob man nicht mehr sagen möchte, dass man Fußball Fan ist, weil es Hooligans gibt.
        Ich glaube auch nicht, dass du das irgendwie böse oder gegnerisch meinst, sondern es wirklich verstehen willst. Deswegen trete ich gerne mit dir in einen Austausch. Auch ich habe in den letzten Jahren / Monaten noch einiges dazu gelernt.
        Der Feminismus setzt sich für Gleichberechtigung aller ein. Das bedeutet auch dafür, dass z. B. Männer bei einem Sorgerechtsstreit nicht mehr benachteiligt werden oder das es auch für Männer in Ordnung ist emotional zu reagieren und weinen zu dürfen. Usw und sofort.

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