Die Darstellung in TV & Filmen

Reese Witherspoon hat einmal eine beeindruckende Rede über den Satz „What do we do now“ gehalten, der in Film und Fernsehen von Frauen oft gesagt wird. Um ehrlich zu sein mir ist dieser spezielle Satz noch nicht so oft aufgefallen, aber da Reese Witherspoon als Schauspielerin und Produzentin einfach mehr Ahnung hat als ich glaube ich ihr. Und was sie damit auch ausdrücken will ist, dass Frauen in Filmen oft so dargestellt werden, als wären sie komplett ahnungslos und bräuchten immer die Hilfe eines Mannes, was halt nicht wirklich viel mit der Realität zu tun hat (öh, ist ja auch Hollywood, nix mit Realität…). Durch diese Darstellung wurde das allgemein Bild Geschlechterrollen immer weiter verstärkt und wird es auch heute noch. Frauen sind die Nebenrollen im Leben und Männer die Hauptrollen, die alles lösen und regeln.

Aber auch davon abgesehen empfinde ich die Darstellung von Frauen oder auch von entsprechenden Beziehungen oft als problematisch. Ich rede hier gar nicht von den alten Filmen wie Grease oder den offensichtlichen schwierigen Darstellung von Liebe in Disney Filmen oder Märchen, wie z.B. Schöne und das Biest. Ich meine die Darstellung, die man manchmal gar nicht so wahrnimmt oder bei denen es so unterschwellig ist, dass es genau anders wahrgenommen wird. Nehmen wir z.B. „Big Bang Theory“ – ich mag die Serie, aber sie hat doch einige Schwächen. Alleine Howard müsste mehrfach angezeigt werden (Kamera im Teddy…wtf), aber das meine ich nicht, sondern eher die Liebesgeschichte von Penny und Leonard. Es zieht sich als Running Gag durch die späteren Staffeln, dass Leonard Penny einfach lang genug bearbeitet hat. Klar ist es als Witz gemeint. Aber es vermittelt dennoch die Botschaft, dass Mann es nur lange genug probieren muss, dann ändert Frau schon ihre Meinung. Auch hier wird wieder die Meinung bestärkt “ Wenn eine Frau Nein sagt, meint sie eigentlich Ja“. Nochmals – das ist nicht so.
Ein weiteres Beispiel ist die Serie Penny Dreadful, die ich zwar sehr gut fand, weil düster und voller Figuren aus dem 19. Jahrhundert. Aber ich finde es einfach zweifelhaft, dass die Figur von Vanessa Ives, eine starke, unabhängige Frau, nur sexuelle Lust verspürt, weil sie vom Teufel besessen ist. Ja, ich weiß, das hat man damals auch so gedacht, aber hätte man das nicht dennoch anders auflösen können? Also zum Beispiel…das sie einfach gerne Sex hat. Verrückte Idee, ich weiß.
Wir brauchen mehr starke Frauen in Film und TV, als Vorbilder. So wie Lagertha aus Vikings. Aber stopp…genau in dem Moment, in dem Lagertha nicht einfach stark ist, sondern alleine als Frau herrscht kann sie nur eine Beziehung mit einer Frau haben. Ja, danke dafür. Also wird uns hier vermittelt, klar könnt ihr einem Mann ebenwürdig sein, aber dann könnt ihr eben keine Beziehung mit ihm haben. Das war einer der Gründe, warum ich aufgehört hatte die Serie zu schauen. Ich habe sie nun weiter geschaut, auch um zu sehen, ob sich da etwas bessert…naja, ist ok, aber eigentlich nicht wirklich besser (ich will an der Stelle nicht spoilern).

Habt ihr noch weitere Beispiele für fragwürdige Darstellung von Frauen? Egal ob super offensichtlich oder eher versteckt? Gerne auch Gegenbeispiele. 😉

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Kommentare
  1. […] Silbereule – Miene Gedanken zu: Diesem komischen Feminismus Kram […]

  2. Miri sagt:

    Ich mag Agent Carter. Die Hauptfigur ist eine Frau die sich durchsetzen kann. Die Serie spielt Ende der 40er und natürlich bekommt sie von den Männern immer erzählt, dass sie nichts anderes kann als Kaffee kochen und Ablage machen „weil wir nicht mehr im Krieg sind“. Und sie setzt sich darüber hinweg. Und tatsächlich sind ihre Hauptgegnerinnen, die einzigen, die ihr halbwegs ebenbürdig sind, Frauen. Und ich mag die Lovestory, die sich am Ende entwickelt (auch wenn sie sich vorher immer wieder andeutet). Aber ja, in den meisten Filmen und Serien ist das Frauenbild sehr zweifelhaft bis sexistische Kackscheiße. Es gab mal ein Projekt wo die Sätze/Wörter und Bildzeit von Frauen in Oscarprämierten Filmen gezählt wurde. Das Ergebnis war schockierend.

    • silbereule sagt:

      Stimme, Agent Carter (die Serie) war toll, sie ist ein super Vorbild. Danke für das positive Beispiel.

      • Dana sagt:

        Joss Whedon halt. Der hatte ja immer schon starke Frauen in seinen Serien. 🙂

      • silbereule sagt:

        Ja, aber ich bei ihm auch vorsichtig, nachdem rauskam, dass er bei Buffy mit mehreren Schauspielerin etwas hatte und seine Frau betrogen hat. Sie hat damals seinen Brief veröffentlicht und es klang alles nach „ich bin ja auch nur ein Man“

  3. Überlegende/r sagt:

    Ich habe immer noch nicht verstanden warum das jz auch für Männer wichtig ist und der Text ist ein bisschen einseitig (weil es halt deine Meinung ist) z.b habe ich so das gefühl, dass man jetzt jedem Mann vorwirft pervers/ausnutzend usw zu sein nur auf grund dessen das man halt Männlich ist.
    Noch ein Problem ist das es diese ultra fem’s gibt und man als fem automatisch in diese Schublade gestekt wird.

    • silbereule sagt:

      Lies dir bitte meine Einleitung nochmal durch, denn ich schreibe da ganz genau, dass ich oftmals nur Männer schreibe, aber nicht alle Männer meine. Aber eigentlich gibst du dir doch schon selbst die Antwort. Je mehr es in die Öffentlichkeit kommt, desto öfter wird das eigene Verhalten, das der Freunde überdacht und ein Umfeld geschaffen, in dem sich alle wohl fühlen und man (oder Frau) sich nicht mehr fragen muss, ist dieser Fremde jetzt gefährlich oder nicht. Das mag für dich schwer nachvollziehbar sein (und das ist auch nicht schlimm), aber das ist für viele ein normaler Gedanke.

    • silbereule sagt:

      Oh, und oftmals werden Feminist:innen als Ultra bezeichnet, sobald es unangenehm wird, weil man sich insgeheim ertappt fühlt. Geht mir in anderen Punkten genauso, an denen ich arbeiten muss. Wichtig ist das zu erkennen und mit Kritik (auch an sich) umzugehen

      • Überlegende/r sagt:

        Ich meine so radikale die z.b. hetzte betreiben
        und ich könnte mir gut vorstellen das wenn man sich so als fem outet man wegen solchen Personen in eine Schublade gesteckt z.b. „Die ist Fem? die ist bestimmt auch so eine Hetzerin“
        Und das, ist glaube ich einer der Gründe warum Feminismus so gehated wird weil es Leute gibt die halt das ins negative ziehen.
        Und PS Ich möchte mich nicht als ein Gem gegner positioneiren habe das aber nicht darein geschrieben weil ich dan auch in so eine Schublade kommen würde(in die „Ich bin ja kein Nazi aber….“ Schublade)

      • silbereule sagt:

        Also ehrlich gesagt gib es davon sehr, sehr wenige. Es kommt aber oft als erstes Argument. Das wäre ungefähr so, als ob man nicht mehr sagen möchte, dass man Fußball Fan ist, weil es Hooligans gibt.
        Ich glaube auch nicht, dass du das irgendwie böse oder gegnerisch meinst, sondern es wirklich verstehen willst. Deswegen trete ich gerne mit dir in einen Austausch. Auch ich habe in den letzten Jahren / Monaten noch einiges dazu gelernt.
        Der Feminismus setzt sich für Gleichberechtigung aller ein. Das bedeutet auch dafür, dass z. B. Männer bei einem Sorgerechtsstreit nicht mehr benachteiligt werden oder das es auch für Männer in Ordnung ist emotional zu reagieren und weinen zu dürfen. Usw und sofort.

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