Raus aus meinem Uterus – das vermeintliche Frauenbild verpackt in ein paar Paragraphen

„Raus aus meinem Uterus“ kam in 2019 oft vor. Hier ging es um die Diskussion um die Paragraphen 218 -219a StG. Paragraph 218 beinhaltet, dass eine Abtreibung strafbar ist,  §218a beschreibt die Ausnahmen, unter welchen Vorraussetzungen dies doch erlaubt ist. Also, offiziell ist ein Schwangerschaftsabbruch illegal, es gibt aber Gegebenheiten, in denen es legal wird. Nach meiner Ansicht nach müsste es eigentlich genau andersherum sein, nämlich dass dieser legal ist, nur unter bestimmten Voraussetzungen eben nicht (z.B. wenn es ohne den Willen der Schwangeren geschieht). Dies würde, aus meiner Sicht, für mehr Verständnis und weniger Angst sorgen. Natürlich ist eine Beratung vorher wichtig, warum diese aber nicht von einem Arzt, sondern von Beratungsstellen durchgeführt werden sollen erschließt sich mir noch nicht. Zum Glück musste ich es bisher nicht in Anspruch nehmen, weiß daher also auch nicht wie dort die Stimmung ist.

§219 macht es hier aber deutlich, was die Beratung bezwecken soll. Sie soll Frauen ermutigen die Schwangerschaft nicht abzubrechen, sie soll bewusst machen, dass es ja eigentlich eine Straftat darstellt.
§219a (der viel diskutiert wurde) verbietet Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu machen. Nach den neuesten Urteilen ist Werbung schon dann, wenn eine Ärztin auf ihrer Homepage darauf hinweist, dass sie diesen Eingriff durchführt. Ist das Werbung? Aus meiner Sicht nicht.
Diese Paragraphen sind für mich aber auch das Sinnbild männlicher Arroganz. Hier wird Frauen unterstellt, dass sie eine Abtreibung aus einer Lust und Laune heraus durchführen und nicht in der Lage sind eine solche Entscheidung wirklich zu treffen. …Sag mal spinnen die?
Zum einen – Frauen überlegen sich im Grunde ständig, was sie tun würden, wenn sie jetzt Schwanger werden würden, ob sie Kinder wollen, jetzt, später, nie, ob eine Abtreibung in Frage kommt, auch bei einer ungewollten Schwangerschaft. Es ist etwas, was wir uns sehr genau überlegen. Und selbst wenn wir vorher dazu eine Entscheidung getroffen haben, würde wohl jede Frau im Fall der Fälle  nochmal darüber nachdenken. Niemals würden wir uns aus einer Laune heraus, weil es gerade Trend ist oder weil die beste Freundin auch eine hat machen lassen eine Abtreibung durchführen. Die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass wir uns eher auf Grund gesellschaftlichen Drucks für ein Kind entscheiden, als dagegen. Hier mischt sich also der Gesetztesgeber in die Entscheidung der Frau ein.

Dies wird übrigens auch getan, wenn eine Frau sich generell gegen Kinder entscheidet und sich aus diesem Grund sterilisieren lassen will. Auch hier werden den Frauen unnötig Steine in den Weg gelegt. Wenn die Frau nicht über 35 ist und schon zwei Kinder hat, dann kann es passieren, dass Ärzte den Eingriff ablehnen. Natürlich ist das ein krasser Schritt und da der Eingriff einige Nebenwirkungen verursachen kann, muss darüber informiert und beraten werden. Aber warum wird es Frauen, die noch keine Kinder haben (oder nur eines) und jünger sind, nicht zugetraut, sich genügend zu informieren und diese Entscheidung treffen zu können? Ich denke schon, dass eine Frau mit 35 weiß, ob sie ein Kind haben will oder nicht. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn der Eingriff (der wie gesagt sehr schwerwiegend ist) erst mt einem Gutachten durchgeführt werden kann, aber ihn komplett ablehnen?

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Kommentare
  1. […] Silbereule – Miene Gedanken zu: Diesem komischen Feminismus Kram […]

  2. Miri sagt:

    Ich mag Agent Carter. Die Hauptfigur ist eine Frau die sich durchsetzen kann. Die Serie spielt Ende der 40er und natürlich bekommt sie von den Männern immer erzählt, dass sie nichts anderes kann als Kaffee kochen und Ablage machen „weil wir nicht mehr im Krieg sind“. Und sie setzt sich darüber hinweg. Und tatsächlich sind ihre Hauptgegnerinnen, die einzigen, die ihr halbwegs ebenbürdig sind, Frauen. Und ich mag die Lovestory, die sich am Ende entwickelt (auch wenn sie sich vorher immer wieder andeutet). Aber ja, in den meisten Filmen und Serien ist das Frauenbild sehr zweifelhaft bis sexistische Kackscheiße. Es gab mal ein Projekt wo die Sätze/Wörter und Bildzeit von Frauen in Oscarprämierten Filmen gezählt wurde. Das Ergebnis war schockierend.

    • silbereule sagt:

      Stimme, Agent Carter (die Serie) war toll, sie ist ein super Vorbild. Danke für das positive Beispiel.

      • Dana sagt:

        Joss Whedon halt. Der hatte ja immer schon starke Frauen in seinen Serien. 🙂

      • silbereule sagt:

        Ja, aber ich bei ihm auch vorsichtig, nachdem rauskam, dass er bei Buffy mit mehreren Schauspielerin etwas hatte und seine Frau betrogen hat. Sie hat damals seinen Brief veröffentlicht und es klang alles nach „ich bin ja auch nur ein Man“

  3. Überlegende/r sagt:

    Ich habe immer noch nicht verstanden warum das jz auch für Männer wichtig ist und der Text ist ein bisschen einseitig (weil es halt deine Meinung ist) z.b habe ich so das gefühl, dass man jetzt jedem Mann vorwirft pervers/ausnutzend usw zu sein nur auf grund dessen das man halt Männlich ist.
    Noch ein Problem ist das es diese ultra fem’s gibt und man als fem automatisch in diese Schublade gestekt wird.

    • silbereule sagt:

      Lies dir bitte meine Einleitung nochmal durch, denn ich schreibe da ganz genau, dass ich oftmals nur Männer schreibe, aber nicht alle Männer meine. Aber eigentlich gibst du dir doch schon selbst die Antwort. Je mehr es in die Öffentlichkeit kommt, desto öfter wird das eigene Verhalten, das der Freunde überdacht und ein Umfeld geschaffen, in dem sich alle wohl fühlen und man (oder Frau) sich nicht mehr fragen muss, ist dieser Fremde jetzt gefährlich oder nicht. Das mag für dich schwer nachvollziehbar sein (und das ist auch nicht schlimm), aber das ist für viele ein normaler Gedanke.

    • silbereule sagt:

      Oh, und oftmals werden Feminist:innen als Ultra bezeichnet, sobald es unangenehm wird, weil man sich insgeheim ertappt fühlt. Geht mir in anderen Punkten genauso, an denen ich arbeiten muss. Wichtig ist das zu erkennen und mit Kritik (auch an sich) umzugehen

      • Überlegende/r sagt:

        Ich meine so radikale die z.b. hetzte betreiben
        und ich könnte mir gut vorstellen das wenn man sich so als fem outet man wegen solchen Personen in eine Schublade gesteckt z.b. „Die ist Fem? die ist bestimmt auch so eine Hetzerin“
        Und das, ist glaube ich einer der Gründe warum Feminismus so gehated wird weil es Leute gibt die halt das ins negative ziehen.
        Und PS Ich möchte mich nicht als ein Gem gegner positioneiren habe das aber nicht darein geschrieben weil ich dan auch in so eine Schublade kommen würde(in die „Ich bin ja kein Nazi aber….“ Schublade)

      • silbereule sagt:

        Also ehrlich gesagt gib es davon sehr, sehr wenige. Es kommt aber oft als erstes Argument. Das wäre ungefähr so, als ob man nicht mehr sagen möchte, dass man Fußball Fan ist, weil es Hooligans gibt.
        Ich glaube auch nicht, dass du das irgendwie böse oder gegnerisch meinst, sondern es wirklich verstehen willst. Deswegen trete ich gerne mit dir in einen Austausch. Auch ich habe in den letzten Jahren / Monaten noch einiges dazu gelernt.
        Der Feminismus setzt sich für Gleichberechtigung aller ein. Das bedeutet auch dafür, dass z. B. Männer bei einem Sorgerechtsstreit nicht mehr benachteiligt werden oder das es auch für Männer in Ordnung ist emotional zu reagieren und weinen zu dürfen. Usw und sofort.

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